Galapagos Inselhopping

18. Oktober 2007 20:40
Wir sind just von unserer 8-tägigen Schiffsrundreise zurückgekehrt. Es ist eine sehr erlebnis- und abwechslungsreiche Tour von Insel zu Insel. Tagsüber besichtigen wir die verschiedenen Inseln des Galapagos-Archipels mit unserer Reisegruppe und unserem Guide, außerdem haben wir öfters am Tag die Gelegenheit zu schnorcheln. Während Alex sich eher am Strand aufhält und die Landtiere beobachtet (ihr liegt das Schnorcheln nicht sonderlich), schwimmt Daniel mit Wasserschildkröten, Stachelrochen und Seelöwen, außerdem begegnen ihm öfters die schon ihm bekannten Haien, die wirklich harmlos sind. Das Highlight sind aber die Seelöwen, die total verspielt sind und mit einem unter Wasser tanzen. An unserem letzten Tag begegnen uns sogar Pinguine, und das am Äquator! Auf Land sehen wir Galapagos-Albatrosse mit einer Spannweite von 2,5m, die größten Vögel auf dem Archipel, die nur auf einer einzigen Insel nisten. Wir sehen brütende und “reproduzierende” - wie es unser Guide zu sagen pflegt - Blaufuss-, Rotfuss- und Maskentölpel (Boobies). ReproducingSehr lustig ist der Tanz des Männchens, um ein Weibchen zu ergattern. Dabei streckt das Männchen die Flügel, den Schwanz und den Kopf in die Höhe, gibt ein Pfeifton von sich und reicht dem Weibchen als Geschenk Steinchen und Stöckchen, welches das Weibchen, falls es interessiert ist, annimmt. Weil die Tiere den Menschen nie als Feind angesehen haben, sind sie einem immer sehr sehr nahe. Von fremdartiger Schönheit sind auch die Fregattvögel mit dem großen feuerroten Kehlsack, den sie in ihrer Brutzeit aufblasen. Diese Tiere sind wahre Räuber, denn sie können nicht wie die Tölpel im Wasser fischen (die Tölpel stürzen sich wie Pfeile kopfüber senkrecht ins Meer, um unter Wasser Fische zu fangen). Das Gefieder der Fregattvögel würde zu viel Wasser aufnehmen, so dass sie den Tölpeln im Flug auf den Hinterkopf klopfen und die Tölpel vor lauter Aufregung und Meckerei den Schnabel aufmachen und die Beute fallen lassen, die sich dann der Fregattvogel in der Luft schnappt. WasserleguanAußerdem sehen wir jeden Tag Land- und Wasserleguane, die größten der Welt, die es nur auf Galapagos gibt. Sie sehen so furchterregend aus, dabei sind es so friedliche Pflanzenfresser. Die meiste Zeit liegen sie faul aufeinander in der Sonne, um sich aufzuwärmen. An fast jedem Strand begegnen uns zum Anfassen nahe Seelöwen-Kolonien. Nur den röhrenden Bullen sollte man nicht zu Nahe kommen und ihre Gebrüll nervt auf Dauer, und sie stinken 10 Meilen gegen den Wind! Außerdem sehen wir Pinguine, Flamingos, Pelikane und so viele andere Vögel. Fast jeden Abend, während der nächtlichen Überfahrt von einer Insel zur anderen, sehen wir aus dem Wasser sprindende Mantarochen, die in der Luft ein Salto machen, um ihre Haut von Parasiten zu befreien. Sie haben einen Durchmesser von bis zu 7m!

So schön die Tage auch sind, die Nächte sind im wahrsten Sinne des Wortes “zum kotzen”, zumindest für Alex. Da hilft auch die Überdosis Vomex nicht. Die Überfahrten sind zum Teil sehr lange, bis zu 8 Stunden jede Nacht. Auf einer Weltkarte erscheint Galapagos nur als Punkt, in Wirklichkeit liegen die Inseln aber sehr weit auseinander, verstreut im Pazifik.

Ein weiteres Highlight, das für unsere Reisegruppe zum Running-Gag wird, ist die eines Amerikaners: Als wir uns an einem Strand fürs Schnorcheln fertig machen, erreicht eine amerikanische Reisegruppe, Durchschnittsalter 60+, mit einem kleinen Hilfsboot ebenfalls den Strand. Neben uns liegen Seelöwen, im Wasser taucht gerade eine Schildkröte auf, als ein Ami völlig aufgeregt zu uns rennt und fragt: “Are there any english-speaking men around?”. Daniel antwortet “yes, some of us do so”. Der Ami, völlig unbeirrt von den tollen Tieren um uns herum, fragt hoffnungsvoll: “Do you know any News about the Rugby?!” Daniel und allen anderen fehlen nur die Worte, bevor wir alle einen Lachanfall kriegen. Da ist man am schönsten Ort der Welt, hat Tage lang nichts von der Außenwelt mitbekommen, und dann so was…

Gleich brechen wir übers Wochenende (nachdem wir zwischenzeitlich die Wochentage völlig vergessen hatten) zur Insel Isabela auf. Hier wollen wir die letzten Tage auf Galapagos entspannen, denn unsere Köpfe “schaukeln” immer noch.

Alltagsleben Seelöwen:

4 Antworten zu “Galapagos Inselhopping”

DADuMUMuFELIX schrieb einen Kommentar aktiv 18. Oktober 2007

Hello Kids,
nice to get a sign from your adventures and to read your “entertaining” blogs. Have lots of fun, enjoy life.

emjay schrieb einen Kommentar aktiv 19. Oktober 2007

Das Warten hat sich gelohnt! Euren tollen Bericht zu lesen ist mal wieder ein wahrer Genuss. Nur die Sache mit den Fregattvögeln und Tölpeln musste ich erst mal in einer ruhigen Minute durchdenken, bis es “klick” gemacht hat …

Claudia Greven schrieb einen Kommentar aktiv 21. Oktober 2007

Wünsche euch viel Glück auf eurer Reise- habe heute mal in euren Bericht geguckt- einfach toll. Ich hatte aus dem Kölner Stadt-Anzeiger den Artikel über eure Reise ausgeschnitten und finde es toll, welchen Mut ihr habt. hab mich das nie getraut- aber zu zweit mit einem gleichgesinnten partner ist es natürlich wunderbar- ich beneide euch um eure Zweisamkeit ( bin 60, fast-single , Oma und traue mich nur an den Strand von Baltrum :), )
Herzlichst Claudia Greven

Naddel schrieb einen Kommentar aktiv 24. Oktober 2007

huhu ihr 2 süßen,

der ami war wohl cesar, oder?! unglaublich die geschichte.

habt eine echt süße homepage. weiter noch viel spaß und passt gut auf euch auf.

eure naddel

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