Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei

28. September 2008 03:02

Nur noch vier Tage, und wir landen an einem uns diesmal schon bekannten Flughafen, ungluecklicherweise Duesseldorf. Natuerlich waeren wir lieber in Koeln gelandet, aber das hat unser Ticket nicht hergegeben. Deswegen haben wir beschlossen, mit dem Regionalexpress von Duesseldorf nach Koeln “einzufahren”. Was gibt es nach einem Jahr Schoeneres, als ueber den Rhein und die Hohenzollernbruecke zu fahren, und den Koelner Dom zu sehen?

Natuerlich haben wir bei unseren Eltern schon einen Wunschzettel eingereicht, womit wir am Bahnsteig empfangen werden moechten (Mittwoch, 1.10. um 19:29 Uhr, Gleis 9 am Koelner Hbf). Die drei Wichtigsten Dinge:

  • Halver Hahn (fuer alle Nicht-Koelner: Mittelalter Gauda mit Roeggelchen und Senf)
  • Fleischwurst, vorzugsweise FC-Wurst (Papa Wester weiss schon Bescheid :-) )
  • Koelsch

Damit waeren wir fuers Erste zufrieden. Aber es gibt noch so einige andere Dinge, auf die wir uns nach 365 Tagen sehr freuen. Die Eltern, Geschwister und Freude zu umarmen und nicht nur ueber Skype deren Stimme zu hoeren oder ueber diesen Blog und Email zu kommunizieren, endlich wieder saubere und gut-riechende Waesche zu haben, von keinen Kaefern, Mosquitos oder Blutegeln ausgesaugt zu werden, keine schwarzen Haare im Bett oder im Essen zu haben (zum Bett zaehlen auch Kopfkissen, die nach hunderten von Vorgaengern riechen und gelb sind, manchmal), 1. FC Koeln, noch mehr Koelsch, beruhigt auf Gehsteigen zu gehen ohne Angst haben zu muessen, im naechsten Moment zwei Meter tief in ein Loch zu fallen, keinen ungebetenden Zoo (Kakerlaken, Ratten) um uns zu haben, gute Aerzte, die einem sagen was man WIRKLICH hat (lange Geschichte), sich wieder auf ein Klo setzen zu koennen und nicht einfach nur ein Loch als “Zielscheibe” unter sich zu haben, endlich wieder Cremes und Deo’s kaufen zu koennen, ohne “Whitening-Effekt”, was wollen wir bitte schoen mit gebleichten Achselhoehlen (die Asiaten stehen drauf), endlich wieder EIN Zuhause zu haben (wir haben noch nichts in Aussicht) und nicht zuletzt eine konkrete Aufgabe bzw. einen Job zu haben…

Was werden wir vermissen? Jeden Tag aufzuwachen, und nicht wissen, was der Tag bringt, staendiges Handeln und dennoch zu wissen, dass man trotzdem zuviel zahlt, sich alle paar Wochen an eine neue Waehrung gewoehnen zu muessen, oefters am Tag lecker und guenstig essen zu gehen, staendig von der Seite mit “Tuk-Tuk, Mister, ok!” angesprochen zu werden, mit wildfremden Menschen einfach so ins Gespraech zu kommen und ueber Gott und die Welt zu sprechen, neue Orte, neue Menschen, neue Kulturen…

Wie ihr seht, die Punkte widersprechen sich. Deswegen schauen wir beide auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurueck und nach vorne. Nach der Reise ist vor der Reise, denn wir muessen uns bald um dieselben Dinge kuemmern, wie vor der Reise, nur umgekehrt: Wohnung suchen, zum Arbeitsamt gehen bzw. einen Job finden (Alex weiss schon was sie erwartet), Versicherungen, Arzt (diesmal nicht fuer Impfungen, sondern zur grossen Generalueberpruefung)… Nach all diesen Dingen muessen und wollen wir wieder zu einem geregelten Alltag finden, so schwer uns das am Anfang fallen wird. Fest steht aber jetzt schon, es war die genialste Reise und Zeit unseres Lebens, die mehr ein Abenteuer war als ein sehr langer Urlaub.

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