“You’re in the bush, man!”

22. Juni 2008 04:40

Kurz vor Alice Springs suchen wir noch einmal das Abenteuer, als wir Thing Thong in die Knie treiben und uns gewissermassen auch. Wir stecken in einem trockenen Flussbett tief im Sand fest, das vorher so unscheinbar aussah. Gut 2 Stunden brauchen wir, um Thing Thong mit unseren Kochtoepfen wieder auszubuddeln, die Fahrspur mit Aesten und Gestruepp auszulegen, um hoechstens 10m weiter wieder genau so tief stecken zu bleiben. Wir denken schon hier die Nacht verbringen zu muessen, als zwei Australier mit einem “richtigen” Jeep vorbei kommen und uns rueckwaerts rausschieben. Wir bedanken uns mit unserer letzten Haribo-Phantasia-Tuete bei den beiden und schaffen es doch noch nach Alice (welch ein Opfer, Aldi gibt es nur an der Ostkueste).

In Alice bleibt uns trotz grosser Bemuehungen das letzte Deutschland EM-Gruppenspiel verwehrt, also sind wir mal wieder froh am naechsten Morgen per Sms auf dem Laufenden gehalten zu werden (Anstoss ist hier um 4.45 Uhr).

Unser naechstes grosses Ziel ist der Kakadu-Nationalpark und Darwin ganz oben im Norden. Doch die 1600km von Alice muessen erst einmal gefahren werden. Zum Glueck gibt es auf dem langen Weg einige schoene Haltepunkte, denn die Strasse ist nicht besonders unterhaltsam. Wenn eine Kurve kommt, ist dies schon eine Abwechslung, ansonsten geht es immer nur gerade aus. Meistens sieht man die Strasse als Punkt am Horizont verschwinden. Im Schnitt kommt alle 200km ein Doerflein, das mit 3000 Einwohnern schon eins der Groessten ist. Man versuche sich das einmal in Deutschland vorzustellen!

Bitter SpringsUnseren absoluten Lieblingsort hier in Australien finden wir rein zufaellig: die Bitter Springs in Mataranka. Eine 34 Grad warme Quelle, mit 300 Litern pro Sekunde, fliesst durch einen unwirklich erscheinenden Palmenwald. Nach der langen Fahrt durch die Wueste kommt uns dies wie eine Oase vor. Wir schwimmen mit der Stroemung durch das kristallklare tuerkis-farbene Wasser, vorbei an Seerosen und Palmen, unter uns schwimmen kleine Rothals-Schildkroeten, ueber uns unzaehlige Kakadus und Sittiche. Einfach zu schoen, um wahr zu sein!

Trotz diesem schoenen Ort steht unser Viertelfinal-Spiel an, und Daniel versucht wie verrueckt ein Fernseher mit mehr als den hier 4 ueblichen Programmen zu finden, der um 4.45 Uhr erreichbar waere. Klar! Nichts Leichteres als das. Die Antwort eines Polizisten, der Daniel in einer Alkoholkontrolle mitten im Outback “blasen” laesst, bringt es dann auf den Punkt, als dieser lachend antwortet: “Ha! You’re in the bush, man!”

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