Hippy Hippy Shake

10. Juni 2008 11:15

Nun muss sich Thing-Thong beweisen! Wir wollen den gut 700km langen Oodnadatta-Track mitten durchs Outback fahren. Noch einmal kurz vorher alles voll tanken, 75 Liter Tank und 2×20 Liter Ersatzkanister, viel Trinkwasser, und dann gehts los!

Die Strecke ist eine reine Sandpiste, aber das macht unserem Thing Thong nichts. Er bringt uns gut durch voran. Wir sehen einige Rentner-Jeeps mit riesigen Anhaengern auf denen Zelte, dutzende von Benzinkanistern und sogar der Barbecuegrill drauf ist, nun ja nichts daheim lassen! In unserer ersten Nacht faengt es in Stroemen an zu regnen. Gut fuers trockene Land, aber nicht fuer uns! Der Weg ist zu einem einzigen Matschfeld geworden (man stelle sich einen nassen gepfluegten Kartoffelacker vor) und wir haben schon grosse Muehe von unserem Schlafplatz wegzukommen. An der ersten Kurve sehen wir dann schon einen Jeep mit Anhaenger, welcher tief und fest im Matsch fest steckt. Tja, die beiden muessen warten bis es aufgehoert hat zu regnen und die Strasse wieder getrocknet ist. Wir beginnen unsere Rutsch- und Schlitterpartie (Daniel hat alle Muehe das Auto gerade zu halten, waehrend Alex vor Schreck immer die Luft anhaelt, wenn das Auto dem Graben gefaehrlich nahe rutscht). Einige Male sehen wir herrenlose Trailer ohne Jeep, die tief im Matsch stecken und einfach an Ort und Stelle stehen gelassen wurden. Fuer 80km brauchen wir 5 Stunden, bis wir endlich in William Creek, ein Ort mit drei Einwohnern (laut Ortsschild), ankommen. Hier muessen wir gezwungenermassen bleiben, denn die Strecke ist zur Weiterfahrt gesperrt. Wir sind nicht alleine, etliche andere stehen hier auf der Strasse und warten wieder auf die Sonne. So bloed der Regen fuer uns ist, so wichtig ist er hier fuers Land. Von Einheimischen (einer der drei!) hoeren wir, dass es hier seit 1,5 Jahren nicht mehr so stark und lange geregnet hat wie an diesem Tag.

Unser Thing Thong hat bestimmt 200kg Lehm an sich kleben, den wir am naechsten Morgen erst einmal versuchen abzuschlagen, waehrend wir warten, dass die Strecke wieder geoeffnet wird. Wir haben Glueck und mittags kann die Strecke mit Allrad wieder befahren werden. Durch die Sonne ist der Lehm auf der Strasse wieder getrocknet und wir kommen gut vorwaerts. Wenn da nicht die riesigen Wasserpfuetzen waeren, durch die wir einige Male durchfahren und wieder rumdrehen, weils so Spass macht.

In Oodnadatta halten wir am Pink Roadhouse an, wo wirklich alles pink ist, sogar das Klopapier. An unserem letzten Abend machen wir ein kleines Lagerfeuer, schauen uns den Sternenhimmel mit der Milchstrasse an (schnulz) und geniesen einfach nur die Stille (Daniel spielt mal keine Gitarre). Nach ueber 700km und zuviel Sprit erreichen wir das Ende vom Track. Paradoxerweise ist der Sprit am viel befahrenen Sturt-Highway viel teurer, als mitten im Outback. Wir aergern uns tierisch, uns bleibt jedoch nichts anderes uebrig, als gerade soviel zu tanken, um bis zur naechsten Tankstelle gut 200km weiter zu kommen, um dort zu sehen, dass der Sprit noch teurer ist.

Zurueck in der Zivilisation schauen die Leute verwundert Thing Thong an und fragen uns, was wir denn gemacht haetten und wo wir waren. Ein bisschen stolz sind wir dann schon auf unsere Schlammkugel!

Keine Antworten zu “Hippy Hippy Shake”

Lust zu kommentieren?