Under Down Under

27. Mai 2008 02:34

Unser naechstes (unfreiwilliges) Projekt beginnt schon wenige Sekunden, nachdem wir uns von der Klasse verabschieden. Froehlich winken wir noch dem Schulbus hinterher, als Daniel auf einmal nur noch laut bruellt: “Sch…., meine Regenjacke!!”. “Oh nee, nicht schon wieder”, denkt sich Alex (die Jacke ist gerade neu und proudly sponsored by the Allianz, nachdem die alte Jacke in Chile gestohlen wurde). Alles Geschrei und Hampelmann- Herumgespringe dem Bus hinterher nuetzen nichts, er faehrt 200km weiter nach Hobart. Per Anhalter nimmt uns eine nette Frau weiter mit nach Launceston. Daniel muss waehrend der Fahrt ein Handyanruf ihres Freundes annehmen, sein verdutztes Gesicht koennen wir uns lebhaft vorstellen. In Launceston telefonieren wir erstmal unsere australische Handykarte wegen der Regenjacke leer (fuer alle, die uns Simsen wollen, wir freuen uns riesig: 0061 - 450396659). Doch es ist Wochenende und wir erreichen niemanden. So bleibt bis Montag die Ungewissheit.

Wir mieten uns ein kleines Auto und fahren in einige Nationalparks und sehen viele Wallabies. Die meisten leider ueberfahren, auf einigen Strassen liegt alle 100m eins. Und wir sehen unsere ersten tasmanischen Teufel, die auf den ersten Blick total suess und knuffig wirken, doch wenn sie schreien, laeuft es uns eiskalt ueber den Ruecken. Die kleinen Tierchen haben eine Beisskraft wie ein weisser Hai! Von einem Wallabie-Mahl bleibt Nichts mehr uebrig. Alles, sogar die Knochen werden zerkaut und aufgefressen!

Unterwegs schauen wir uns noch Port Arthur an, eine ehemalige britische Strafkolonie, von der wegen etlicher Braende nicht mehr viel uebrig geblieben ist. Bei einer “German Bakery” werden wir Stammkunden von Kaiserbroetchen, Berlinern und Rosinenschnecken, lecker! In Hobart holen wir dann noch nach weiteren Telefonaten endlich Daniels Regenjacke ab :-)

Die Naechte hier sind bitter kalt, sowohl im Zelt, als auch in den Hostels, denn nirgends gibt es eine Heizung. Wenn es im Hostel dann eine gibt, muss man alle 45 Minuten auf einen Knopf druecken, um sie am Laufen zu halten. Super praktisch, vor allem in der Nacht. Schoener ist da schon ein Lagerfeuer, was wir neben dem Zelt zuendeln, da muessen wir nur alle 3 Stunden aufstehen und Holz nachlegen.

Was uns ziemlich geschockt hat ist die anhaltende und extreme Abholzung des Regenwaldes. Selbst in den Nationalparks begegnen wir staendig riesigen Trucks, beladen mit dicken Baumstaemmen. Geschockt sind aber auch die Tassis selber, was auf ihrer Insel passiert. Schuld daran ist die korrupte Regierung, wie wir einige Male erzaehlt bekommen. Sie ermoeglicht es einer einzigen Firma (es werden staendig fuer sie Gesetze geaendert), das Holz nach Japan zu verschiffen, wo es dort zu Papier verarbeitet wird, was spaeter wieder zurueck nach Tasmanien gebracht wird.

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