“Hardcore-Trekking” am Torres del Paine

27. Februar 2008 00:42

Nach 9 Tagen im Torres del Paine Nationalpark in Chile kehren wir wieder zurueck in die Zivilisation. Unser Guidebook preist die Wanderung um die Torres del Paine-Tuerme, mehrere und bis zu 3000m hohe senkrecht in den Himmel ragende Felsen, als “Hardcore-Trekking” an. Alex schlottern deswegen schon Wochen vorher die Knie, doch alle Ausreden nuetzen bei Daniel nichts, der auch noch die grosse Runde gehen will. Am Ende ist auch Alex froh und gluecklich, den Trek gemacht und geschafft zu haben, denn die Landschaft und die Erlebnisse (gute wie auch schlechte…) sind einmalig.

Wir laufen insgesamt 9 Tage den “Grande Circuit” und campen auf offiziellen und inoffiziellen selbst-ernannten Camping-Plaetzen. Essen kaufen wir zu Beginn eigentlich genuegend ein, doch abends ist unser Appetit und Hunger groesser als erwartet. Wir sind froh, in einigen Berghuetten das Noetigste, wenn auch zu Wucherpreisen, nachkaufen zu koennen. Unser Speiseplan in diesen Tagen ist nicht sehr abwechslungsreich: jeden Abend gibts Nudeln mit roter Sosse, manchmal sogar noch eine Tuetensuppe als Vorspeise. Nur einmal gibts ein Nobelessen, als wir uns in einer Huette frische Eier, Brot und Kaese kaufen und mit unserer Salami und Tomatensosse zu leckeren Burgern kombinieren. Ein kulinarisches Highlight!

Landschaftlich ist jeder Tag anders. Mal gehts vorbei an riesigen Gletschern, durch dichten Wald, durch karge Steppenlandschaft, und fast immer entlang an eiskalten Gebirgsfluessen (unser Trinkwasserlieferant und Planschbecken) und Seen. Das Wetter ist genauso abwechslungsreich. An unserem schwierigsten Tag, als wir stundenlang einen steinigen Pass ueberqueren muessen, stuermt es und der Regen peitscht aus allen Richtungen. Ziemlich erschoepft und total durchgenaesst, trotz guter Regenkleidung, kommen wir unten im Tal an einem Campingplatz an. Dort haengen wir wie viele andere auch unsere nassen Klamotten in einer warmen Huette mit Ofen auf. Einige Stunden spaeter sind ploetzlich unsere beiden Regenjacken verschwunden. Tolles Gefuehl, mit einem Dieb ueber Nacht Zelt an Zelt zu liegen…

Am naechsten Morgen finden wir zumindest Alex Jacke zusammengefaltet unter einem Busch wieder, aber an Daniels Jacke scheint der Dieb mehr Gefallen gefunden zu haben. Zum Glueck regnet es in den verbleibenden 4 Tagen nicht mehr, sondern es scheint die Sonne, was besonders am letzten Tag DAS Hightlight des Nationalparks zum besonderen Erlebnis macht: die drei hoechsten Torres del Paine Tuerme bei Sonnenaufgang im Postkartenmotiv zu sehen. Wir stehen um 5 Uhr im Dunkeln auf, um vom Campingplatz aus bei sternenklarem Himmel eine sehr anstrengende Stunde lang hoch zum Aussichtspunkt zu kraxeln. Dort werden wir mit einem wunderschoenen Sonnenaufgang belohnt, der die Tuerme erstrahlen laesst.

Zurueck in Puerto Natales hauen wir uns abends die Wampen wieder voll! ;-)

2 Antworten zu “"Hardcore-Trekking" am Torres del Paine”

Basti schrieb einen Kommentar aktiv 27. Februar 2008

Hey Ihr Beiden!
Na endlich mal wieder ein Lebenszeichen… ich hoffe das Postkartenmotiv kommt dann noch in Form eines oder mehrerer Fotos auf die Seite ;-)
Grüße
Basti

Christina und Fabian schrieb einen Kommentar aktiv 28. Februar 2008

hey ihr beiden! schoen, dass ihr wieder “zurueck” seid! wir haben oft an euch gedacht
und uns ausgemalt, wo ihr etwa stecken koenntet im torres. nach unserem fruehstuecks
kaffee sind wir direkt in eine regenwand gelaufen mit starken windboen entlang des
gesamten lago nordenskjold. einer der zu ueberquerenden baeche war vom regenwasser
knietief angeschwollen und wir mussten ihn barfuss und nur in unterhosen
ueberqueren… (fotos folgen!) liebe gruesse aus buenos aires! fabian und christina

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