Schokolateria in Karhuis

25. Dezember 2007 06:44

Als wir vor ca. 3 Wochen in unserem Hostal Frankenstein in Cusco Marita und Ludwig kennenlernen und sie uns von ihrem Vorhaben erzaehlen, beschliessen wir fuer Weihnachten wieder hierhin zurueckzukehren, wo immer wir dann auch stecken wuerden. Die beiden veranstalten jedes Jahre ein Hilfsprojekt in Karhuis, ein sehr armer Ort in den Bergen vor Cusco, wo ein grosses Schokoladenfest fuer die Kinder und Eltern gefeiert wird. Um es vorweg zu nehmen, es war eine gute Entscheidung und ein super Erlebnis!

Von La Paz in Bolivien fahren wir 15 Stunden zurueck nach Cusco in Peru, wieder vorbei am Titikakasee. Cusco ist weihnachtlich geschmueckt, nur so richtig Stimmung will bei uns nicht aufkommen, die Sonne knallt und es ist viel zu warm! Wir bereiten uns auf die Schokolateria vor, viele Zutaten fuer das Schokoladenfest sind bereits an Marita und Ludwig gespendet. Wir kaufen noch viele Lollis und Schokoladenbonbons in einem Supermarkt dazu und verpacken diese in ca. 100 kleinere Tueten. Weg nach KarhuisDie Fahrt auf der Ladeflaeche eines Pickups nach Karhuis in die Berge hinter Cusco ist eine ruppelige Angelegenheit, denn die “Strasse” ist eine Schlaglochpiste. Oft steigen Leute auf die Ladeflaeche dazu, die wir ein Stueckchen mitnehmen, einige Male laufen Kinder hinter uns her, denen wir die ersten Lollis schenken und die sich riesig darueber freuen. Nach ca. 1,5 Stunden erreichen wir Karhuis, die Strecke dorthin ist wirklich abenteuerlich, aber noch viel aufregender sollte die Rueckfahrt werden, dazu spaeter mehr…

In Karhuis quartieren wir uns in einer kleinen Farm ein, die ein Stueck unter dem eigentlichen Dorf von Karhuis liegt. Wir bereiten mit einigen wenigen Einheimischen die heisse Schokoladenmilch zu. Schokolade wird geschmolzen, mit heissem Wasser verschmischt, dazu Milch und Zucker geruehrt. Immer mehr Kinder und Eltern aus Karhuis und den umliegenden Farmen treffen ein, Mmmh, lecker!doch als das Fest eigentlich los gehen soll, faengt es in Stroemen an zu regnen. Der einzige Unterstand ist ein groesserer Viehstall, in den wir alle umziehen. Es ist zwar ein wenig eng, aber gemuetlich. Die Kinder strecken uns mit grossen Augen ihre Tasse zum Befuellen entgegen, Marita verteilt waehrenddessen kleine Panatones (Kuchen). Es ist kaum zu beschreiben, wie die Kinder (und auch Eltern) sich darueber freuen und jeder 2 bis 3 mal Nachschub holt. Als Highlight verteilen wir am Ende der Feier die kleinen Bonbon- und Schokoladentuetchen als Praesente, die Freude ist riesengross!

Das ganze Dorf schiebt an!Die Rueckfahrt ist dann alles andere als lustig: Der Regen hat die “Strasse” extrem aufgeweicht und unser Pickup hat eher Slicks als gutes Profil an den Reifen (aber das ist hier normal). Staendig heisst es runter von der Ladeflaeche und schieben, schieben, schieben. Was eigentlich ganz abenteuerlich klingt, ist manchmal ziemlich gefaehrlich, denn an einigen Stellen geht es links oder rechts ziemlich steil bergab. Zudem haben wir noch 3 Kinder, eine Mutter mit Baby, einen Hund und fuenf Huehner (in einem Sack) an Board! Als wir ein anderes Dorf im Regen passieren, bleibt unser Auto dann komplett im Matsch stecken. Doch schnell sind 30 bis 40 Leute aus dem Dorf versammelt, die uns dann aus der Patsche helfen! Nach 5 Stunden kommen wir Nachts wieder in der Zivilisation an, das Fazit: eine kaputte Stossstange und kaputter Blinker, ein platter Reifen, und das schoene Gefuehl, was Gutes und Sinnvolles getan zu haben.

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