Die Minen von Potosi

15. Dezember 2007 03:43

Potosi ist die hoechstgelegenste Grosstadt der Welt auf ca. 4.000m Hoehe. Hier gibt es die groesste Silbermine Boliviens, die die Stadt schon vor hunderten von Jahren reich gemacht hat. Aber zu welchem Preis?! Seitdem sind 8.000.000 Menschen (!!) in der Mine oder an den Folgen der Minenarbeit gestorben, und noch heute stirbt im Durchschnitt jeden Tag ein Mensch dort. Wie schlimm und wie hart die Arbeit ist, koennen wir am eigenen Leib erfahren, als die Minen besuchen. Mit einem ehemaligen Minenarbeiter, der sich dem Tourismus zugewandt hat, gehen und kriechen wir durch einige der tausenden dunklen Gaenge der Mine. Die Luft ist total staubig, zudem wird es immer waermer je weiter und tiefer wir in den Berg steigen, da es kein Belueftungssystem gibt. Alex kriegt nach einer halben Stunde in der Mine nur noch schlecht Luft und kehrt mit einem einem anderen Minenfuehrer um. Daniel kriecht bis in die 3. Etage mit ab und kann den Minenarbeitern bei der harten Arbeit zusehen und die Eindruecke sind wirklich krass: Jeden Tag arbeiten 15.000 Minenarbeiter 8-10 Stunden ohne Atemschutz und Helm fuer ihren Reichtum. Sie verdienen im Verhaeltnis zur restlichen Bevoelkerung verdammt viel Geld, aber ihr Leben ist auch umso kuerzer, da fast alle nach 10 Jahren Minenarbeit an der Staublunge sterben. Selbst Kinder arbeiten dort, obwohl Kinderarbeit offiziell verboten ist. Die Arbeiter koennen in der Mine nicht essen, deshalb kauen sie staendig Coca-Blaetter, was man auf unseren Fotos an den “dicken Backen” sieht. Als Dankeschoen fuer den Besuch erwarten die Minenarbeiter eine Tuete voller Coca-Blaetter, die wir natuerlich fuer sie auf dem Markt kaufen (und selbst probieren ;-) ) Daniel ist nach 2 Stunden in der Mine aber auch froh, wieder Tageslicht zu sehen und reine Luft zu atmen! Den ganzen Tag ueber husten wir noch!

Dynamik-StandEine kleine Gaudi gibts am Ende der Fuehrung noch, als wir Dynamit selber kaufen koennen (Potosi ist der einzige Ort der Welt, an dem es frei verkaeuflich ist!). Unser Guide praepariert das Dynamit mit einer Zuendschnur, drueckt uns dann die brennende Lunte fuer ein Foto in die Hand, rennt danach mit der “Bombe” ins Feld, und einige Sekunden spaeter gibts ein riesen Knall und eine wahnsinnige Druckwelle!

Eine Antwort zu “Die Minen von Potosi”

Petra, Ingo und Daniel schrieb einen Kommentar aktiv 19. Dezember 2007

Hallo Ihr Lieben,

Alex, das klingt ja gar nicht gut. Wir wünschen dir gute Besserung. Das Team 538 grüßt euch herzlich und wünscht euch ein schönes
Weihnachtsfest und weiterhin alles Gute.

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