Archiv für 'Januar, 2008'

Koelle Alaaf, aus der Antarktis!

31. Januar 2008 15:58

Ein wahnsinniger Traum geht heute in Erfuellung, wir machen eine Expedition in die Antarktis! Seit Jahren schon ist es DAS ultimativste Wunschziel von uns, doch seit Beginn unserer Reise ist es auch das Unwahrscheinlichste, denn vor allen Dingen eine Tatsache spricht von Anfang an dagegen: der unglaublich hohe Preis. Eine Reise dorthin von zu Hause aus oder ueber das Internet zu buchen ist unbezahlbar; die einzige Moeglichkeit besteht darin, vor Ort in Ushuaia, dem Ausgangspunkt fuer alle Antarktis-Cruises, nach einem Last-Minute-Angebot zu schauen. In der Tat ist es fuer uns ein Last-Second-Angebot, denn erst heute morgen, so ziemlich genau um 11.11 Uhr nach koelscher Zeit, bekommen wir die Zusage vom Reiseveranstalter. Zwei Tage bangen wir, denn unsere Kreditkarten streiken aus verschiedenen Gruenden. Es ist zum verzweifeln! Nach unendlich vielen Telefonaten mit der Bank und zwei schlaflosen Naechten rechnen wir heute morgen dann nicht mehr mit einer Bestaetigung. Doch am Ende klappt es doch! In vier Stunden werden wir an Board der M/V Polaris sein, unser Expeditions-Schiff fuer die naechsten 10 Tage!

Endlich Patagonien und 350.000 Pinguine!

27. Januar 2008 23:37

Von nun an gehts mehrere tausend Kilometer entlang der Atlantischen Kueste zum Ende der Welt: durch Patagonien nach Feuerland! Unser Ziel ist Ushuaia, die suedlichste groessere Stadt der Welt. Bis dorthin stehen uns von Buenos Aires aus knapp 50 Stunden Busfahrt bevor. Doch wir legen einen Zwischenstopp in Puerto Madryn am Meer ein. Hier mieten wir uns ein Auto und Daniel faehrt nach vier Monaten zum ersten Mal wieder selbst. Ein mulmiges Gefuehl mit all den Chaoten auf der Strasse, klappt aber super. Der erste grosse Ausflug geht zusammen mit einem anderen deutschen Paaerchen auf die Halbinsel Peninsula Valdes, von wo aus man auch Orcas sehen kann. Bei uns schauen sie leider nicht vorbei, wir sind zwei Tage zu spaet, sonst haetten wir noch sechs Orcas sehen koennen. Dafuer sehen wir viele Seeloewen, See-Elefanten, unschoene Guerteltiere und eine kleine Kolonie Magellan-Pinguine. Von den drolligen kleinen Pinguinen sehen wir am naechsten Tag noch “einige wenige” mehr. Wir fahren 200 km durch karge Landschaft ueber eine Schotterpiste zur Punta Tomba, wo es die groesste Magellan-Pinguinkolonie ausserhalb der Antarktis gibt: 175.000 Pinguin-Paaerchen! Und alle ziehen gerade ihren Nachwuchs auf. Die meisten “Chicks” haben sogar noch ihr flauschiges Babyfell und schreien in einer Tour nach Fressen! Der vorgeschriebene Mindestabstand von einem Meter zu den Tieren wird nur deswegen von uns nicht eingehalten, weil die Pinguine total neugierig sind und zu uns angewatschelt kommen.

Von Puerto Madryn fahren wir drei Tage spaeter mit einem Bus 18 Stunden weiter Richtung Sueden, nach Rio Gallegos, von wo aus es eigentlich “nur” weitere 12 Stunden nach Ushuaia sind. Doch hier, in dieser unspektakulaeren Stadt, stecken wir erst einmal fest. Die Busse sind fuer die naechsten zwei Tage ausgebucht. Doch wir machen das Beste draus ;-)

Tango, Steaks & Empanadas in Buenos Aires

22. Januar 2008 21:55

Koeln ist ein Dorf! Buenos Aires ist riesig, was wir schon am Busbahnhof merken, als wir kilometerlang an Bus-Schaltern vorbeilaufen muessen. Und sowieso ist hier alles groesser. Die Strassen sind unendlich breit, eine (die mit dem Obelisken) hat 20 Spuren! Bis wir diese ueber die vielen Verkehrsinseln ueberquert haben, vergehen satte 5 Minuten!

Was waere Buenos Aires ohne den Tango und Steaks? Beiden Dingen widmen wir uns ausgiebig. Sonntag Abend gehen wir in einer der populaersten Tango-Schulen der Stadt. Wir trinken uns etwas Mut an, bevor wir in der Anfaengerklasse 2 Stunden lang die Grundschritte lernen und uns gegenseitig auf die Fuesse treten (und den anderen auch). Aber am Ende klappt`s schon ganz gut ;-)

Lecker Steaks!Von den leckeren argentinischen Steaks koennen wir gar nicht genug bekommen. Vergesst Maredo! Die Steaks sind hier unschlagbar lecker und vorallen Dingen sehr sehr guenstig. Ausserdem verlieben wir uns in die Empanadas einer kleinen Baeckerei um die Ecke unseres Hotels. Empanadas sind kleine Teigtaschen, gefuellt mit Kaese, Schinken, Tomaten usw. Lecker fuer unsere Schleckermaeulchen!

Viel Wasser an den Iguazu-Faellen

19. Januar 2008 16:19

Von Curitiba gehts zu einem langersehnten Highlight in Suedamerika, auf das wir uns schon lange gefreut haben: Die Iguazu-Wasserfaelle! Sie liegen am Drei-Laender-Eck mit Brasilien, Argentinien und Paraguay und sind die groessten Wasserfaelle der Welt.

Die Wasserfaelle sind so gross, dass man zwei Tage benoetigt, um sie komplett zu besichtigen. Am ersten Tag schauen wir uns die Wasserfaelle von der brasilianischen Seite an, am zweiten Tag von der Argentinischen. Die beiden Seiten koennen nicht unterschiedlicher sein. Von Brasilien aus hat man einen tollen Panoramablick auf die 2,7 km breiten Faelle, in Argentinien kommt man hautnah an die Wasserfaelle ran, und wir auch rein! Mit einem Motorboot fahren wir am 2. Tag so nah an die Wasserfaelle ran, dass wir bis auf die Ungerbutz nass werden. Es ist so laut, dass wir unsere eigenen Worte nicht verstehen koennen! Uns verschlaegt es endgueltig die Sprache, als wir ueber einen kilometerlangen Steg den “Garganta del Diablo” (Teufelsrachen) erreichen und von hier die Wasserfaelle ins Nichts stuerzen sehen. Als wir auf der Aussichtsplattform ganz vorne den Anblick einige Sekunden geniessen, wird Daniel von hinten auf die Schulter getippt und gefragt: “Finished?!” Daniel beantwortet die Frage mit “No!”, was die aeltere Dame dazu bringt, ihren Ellbogen in Daniels Rippen zu bohren und wild auf ihre Kamera zu verweisen. Als uns dann noch Japaner mit ihren Kameras ueber unseren Koepfen belagern, haben wir genug “genossen” :-) Die Iguazu-Wasserfaelle sind das beeindruckendste Naturspektakel was wir bisher gesehen haben!

Brasilianische Seite:

Argentinische Seite:

Ausserdem besichtigen wir am ersten Tag den Papageien-Park “Parque das Aves”, was besonders Alex Herz hoeher schlaegen laesst. Wir sehen viele Papageien-Arten und Tukane, die wir auf unserer Dschungeltour in Bolivien nicht gesehen haben. Auf unserem Campingplatz verausgabt sich Daniel beim Fussballspielen. Alle wichtigen Fussballnationen dieser Welt sind vertreten, doch ein Brasilianer der gegnerischen Mannschaft ist leider spielentscheidend ;-)

Mit einem lachenden und weinenden Auge verlassen wir nach knapp 3 Wochen Brasilien und fahren mit einem 18h-Nachtbus nach Buenos Aires und freuen uns auf argentinische Steaks!!

Von Sao Paulo nach Curitiba

16. Januar 2008 15:36

Von Abrao nehmen wir frueh morgens einen 1000-Personen-Dampfer zurueck zum Festland. Wir draengeln uns mit unseren Rucksaecken ganz nach vorne durch und bekommen so beim Ausstieg das erste Taxi, was uns zum Busterminal bringt. Wir sind “Fahrkarten-Krieger-Sieger”, denn wir bekommen die letzten zwei freien Plaetze fuer einen Bus nach Sao Paulo, unser naechstes Ziel. Die beiden Japaner hinter uns in der Schlange aergern sich gruen und blau - wenn Blicke toeten koennten!

Sao Paulo ist einfach nur riesig und hat nicht das Flair wie Rio. Trotzdem finden wir die Stadt nicht so schlimm und gefaehrlich, wie uns andere Reisende vorher erzaehlt haben. Das Einzige, was uns schockiert, sind die Strassenkinder, die mitten auf dem Gehweg liegend in der Hitze schlafen, und niemand kuemmert es!

Zugfahrt von Curitiba nach MorretesVom riesigen Busbahnhof in Sao Paulo fahren wir nach Curitiba, weiter Richtung Sueden. Leider haben wir 20 Real (8 Euro) zuviel gespart, denn der Bus hat bei 40 Grad Hitze keine Klimaanlage. Klitschnass geschwitzt kommen wir in Curitiba an und nehmen im Hotel erstmal eine lange kalte Dusche. Von hier aus wollen wir einen relaxten Wochenendausflug machen. Ohne unsere 18-Kg Rucksaecke soll es mit dem Zug durch den Dschungel nach Morretes gehen, zu “one of the prettiest colonial towns in southern Brazil”, wie es unser Guidebook so schoen und vielversprechend sagt. Aber es kommt doch ein wenig anders: Die Zugfahrt ist landschaftlich zwar spektakulaer, doch die zum Wagon gehoerende Touri-Fuehrerin erzaehlt ununterbrochen in Portugiesisch, Spanisch, Englisch und Franzoesisch ununterbrochen lautstark durch ein Mikrofon ueber Gott und die Welt. Dazu dann immer wieder jubelndes Geschrei der Urlaubs-Brasilianer, wenn wir durch Tunnel fahren. Nach 3 Stunden haben wir einen dicken Kopf und Morretes ist fuer uns dann alles andere als “one of the prettiest…” Ein Restaurant reiht sich an das andere und die Kellner reissen sich um die Touristen. Kurzentschlossen fahren wir mit dem Bus eine Stunde weiter nach Paranagua ans Meer. Hier gehts entspannter zu, auch wen es leider in Stroemen regnet. Am naechsten Tag fahren wir wieder zurueck nach Curitiba, wo wir noch 3 Tage bleiben. Wir bekommen elektronische Post aus der Heimat, in der uns Freunde aus Koeln schreiben, dass sie uns im April auf der Suedinsel Neuseelands fuer knapp 3 Wochen besuchen kommen! Wir freuen uns riesig darauf, endlich mal wieder bekannte Gesichter zu sehen!!