Archiv für 'Dezember, 2007'

La Paz

14. Dezember 2007 02:05

getrocknete LamafoetenLa Paz, der Regierungssitz Boliviens, ist nicht gerade eine Stadt fuer Sightseeing und entspannte Tage. Ganz im Gegenteil, wir sind total geschockt, soviele Menschen und Autos! Es ist noch viel schlimmer als in Quito und Lima. Die Stadt liegt zudem auf 3.600m, das alleine wuerde schon reichen, um uns den Atem zu rauben, aber der Smog macht alles noch viel schlimmer. Wir hecheln wie Asthma-Kranke und sind nach 10 Schritten schon fix und fertig. Man kann es kaum beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt hat, was in dieser Stadt auf den Strassen abgeht. Jede erdenkliche Kleinigkeit kann man bei den unzaehligen Mini-Strassenstaenden kaufen: getrocknete Lamafoeten neben allen moeglichen Ersatzteilen wie Abflussieben, frischen Pansen neben maskierten Schuhputzern und Fressbuden an allen Ecken.

Wir nutzen die Tage in La Paz, um Weihnachten und Silvester zu planen. Ausserdem laesst sich Alex von einem Touri-Arzt untersuchen, denn die Symptome aus Cusco sind immer noch nicht ganz weg. Die Diagnose: Salmonellen! Fuer den Arzt ist das aber Routine, Alex bekommt eine dicke Antibiotika-Spritze in den Allerwertesten und Pillen verschrieben und es geht schon wieder besser.

Die Voegelein, die Voegelein vom Titikakasee!

01:31

Von Arequipa in Peru sind wir einen ganzen Tag lang im Bus unterwegs nach Bolivien, unser Ziel: Copacabana am Titikakasee. Nicht der bekannte Strand in Rio de Janeiro, der kommt bei uns erst spaeter ;-) Der Grenzuebergang nach Bolivien ist voellig unkompliziert, die Beamten sind total unmotiviert und stempeln einfach nur unsere Paesse.

Sonnenuntergang auf Isla del SolCopacabana ist total relaxed, ueberall laufen Hippies bzw. Aussteiger rum. Ausserdem gibt es hier keine hupenden und stinkenden Taxis, eine Wohltat fuer Ohren und Nase. Von Copacabana aus fahren wir mit einer Faehre auf die Isla del Sol, eine schoene kleine Insel inmitten des Sees und womoeglich Ausgangsort der Inka-Kultur. Wir wandern mit einem kanadischen Paaerchen, dass wir zum 5ten Mal (!) auf unserer Reise zufaellig treffen, ueber die Insel. Wir uebernachten in einer einfachen Unterkunft mit selbstgezimmerten Moebeln und einer Matratze aus Stroh bei Einheimischen, mit denen wir auch zusammen Abend essen, es gibt Kartoffeln mit Reis und Spiegelei!

Die ganze Zeit auf der Insel singen wir das koelsche Karnevalslied “Die Voegelein, die Voegelein vom Titikakasee…”, doch irgendwie scheint das Lied nur Koelnern bekannt zu sein, denn selbst andere Deutsche kennen es nicht. Schade!

Colca Canyon

9. Dezember 2007 03:58

Von Arequipa fahren wir fuer drei Tage in den Colca Canyon, einen der tiefsten Canyons der Welt und ausserdem Heimat der Anden-Kondore, die ueber 3m Spannweite haben koennen. Als wir mit dem Bus ankommen, lernen wir Ludwig kennen, einen ehemaligen peruanischen Bergfuehrer. Er malt uns eine Wanderkarte fuer den Canyon auf, denn nach dem Inka-Trail wollen wir nicht wieder an eine Gruppe gebunden sein. Wir lassen unser Gepaeck bei Ludwig im Hostal und nehmen nur das Noetigste mit, denn im Tal des Canyon kann man uebernachten und speisen, wie er uns erzaehlt. Der Abstieg ueber 1200m ist nicht gerade knieschonend und dauert 4 Stunden, die Ausblicke sind aber super schoen. Einige Male fliegen auch Anden-Kondore ueber unsere Koepfe. Im Tal schlafen wir bei einer einheimischen Familie in einer einfachen Huette, dafuer aber mit einer heissen Luxus-Dusche. Und wir werden lecker bekocht! Um neun ist dann Sense, bei Kerzenlicht schlafen wir ein, denn Strom gibt es hier nicht.

Am naechsten Tag wandern wir im Canyon entlang und erreichen eine “Oase”, wie der Ort fuer Touristen getauft wurde. In der Tat kann man hier unter Palmen und am Pool sich vom Wandern erholen und nach einigen Stunden relaxen haben wir wirklich keine Lust mehr wieder 1200m aufzusteigen. Da kommt das Angebot eines Pferdebesitzers in der Oase gerade Recht, uns zwei Faule mit Mulis den Canyon hochtragen zu lassen. Daniel ist noch skeptisch, denkt noch an den ersten schlimmen Ritt auf Galapagos zurueck. Alex kann ihn schliesslich mit den bettelnden Worten “Krieg ich ´n Pferd?!” ueberreden. Der Ritt ist dann auch eine Riesengaudi und bekommen von den Anderen neidvolle Blicke zugeworfen.

Auf der Busfahrt zurueck nach Arequipa hat unser Bus dann einen Platten. Es dauert Ewigkeiten bis der Reifen geflickt ist, denn einer arbeitet und fuenf andere schauen zu! So verpassen wir in Arequipa unseren Anschluss-Bus Richtung Bolivien.

Von Cusco nach Arequipa, und zurueck

5. Dezember 2007 01:38

Nach dem Inka-Trail und der Besichtigung des Machu Picchu bleiben wir weitere vier Tage in unserem Hostal Frankenstein in Cusco, in dem wir uns richtig wohlfuehlen. Ein wenig Entspannung und Ruhe tut gut, zumal Alex unterwegs wieder krank wird und von Daniel Bettruhe verschrieben bekommt.

Plaza de ArmasInzwischen sind wir mit einem Nachtbus nach Arequipa gefahren, “die Stadt der weissen Kirchen”. Allerdings wollen wir an Weihnachten wieder nach Cusco zurueckkehren, da wir Ludwig, dem Besitzer des Hostal Frankenstein und Marita, seiner Frau, bei der “Schokolateria” helfen wollen. Dabei handelt es sich um ein Schokoladenfest, welches die beiden jedes Jahr am 23. Dezember in Karhuis, einem sehr armen Dorf in der Naehe von Cusco, fuer Kinder und Eltern organisieren. Es gibt heisse Schokolade und traditionellen Weihnachtskuchen, was alleine durch private Spenden finanziert wird. Das Fest ist das Highlight fuer die Einwohner, die dafuer auch mit ihren Tassen aus den Nachbardoerfern angepilgert kommen. Karhuis, sowie die umliegenden Doerfer, erhalten keine Hilfe von nationalen oder internationalen Organisationen; die Einwohner leben in traditionellen Lehmhuetten und es gibt hier immer noch keinen Strom, wie uns Marita und Ludwig erzaehlen. Wir freuen uns, dass wir endlich wissen, wo wir Weihnachten sind und bei etwas Sinnvollem helfen zu koennen.