Archiv für 'November, 2007'

Inka-Trail und Machu Picchu

30. November 2007 04:49

Wir sind auf den Spuren der Inkas. Vier Tage gehen wir den Inka-Trail, der uns am letzten Tag zum Machu Picchu fuehrt. Am ersten Tag treffen wir uns frueh morgens in Cusco mit unserer Gruppe und unseren beiden Guides. Ausser uns beiden und einem Englaender sind 8 Amerikaner mit von der Partie. Von Cusco aus fahren wir zum Ausgangsort des Inka-Trails, nach Piscacucho. Als wir dort aussteigen, werden wir mal wieder von Verkaeuferinnen umzingelt, die uns vermeintlich ueberlebensnotwendige Dinge fuer den Inka-Trail verkaufen wollen. Zum Beispiel Besenstiele als Wanderstoecke, selbstgestrickte Flaschenhalter zum Umhaengen und Gummi-Noeppel fuer die Spitzen der Wanderstoecke, damit die Inka-Treppen nicht zerstoert werden. Letzteres verstehen wir irgendwie noch, sehen aber nicht ein die Noeppel fuer einen voellig ueberteuerten Preis, und zudem noch von einer total penetranten Verkaeuferin (”Amiiiigooo, necesitooo”) fuer unsere eigenen Stoecke zu kaufen. Genervt, und zudem immer noch krank, passieren wir die erste Inka-Trail Kontrolle, bevor es richtig losgeht.

Der Inka-Trail ist sehr streng reglementiert. Pro Tag duerfen nicht mehr als 500 Leute incl. Guides und Traeger (wir empfehlen: max. 200) starten. Man darf nur in gefuehrten Gruppe gehen und das Hauptgepaeck wie Zelte, Lebensmittel, Kuechen- und Kochkram, Tische und Stuehle (!) darf nur von einheimischen Traegern transportiert werden, damit die lokale Bevoelkerung auch am Inka-Tourismus verdient. Die Traeger sind alle Farmer, die sich so Extra-Geld verdienen koennen, um ihre meist sehr grosse Familie (einer hatte 10 Kinder, von verschiedenen Frauen) ernaehren zu koennen. Beim Anblick der Traeger fuehlen wir uns jedoch sehr beschaemt und haben ein schlechtes Gewissen, denn das Gepaeck ist menschenunwuerdig schwer und wird meist als Sack auf dem Ruecken getragen. Ausserdem haben die Traeger nur einfache Sandalen an, wohingegen die Trekker, die nicht viel tragen muessen, perfekt ausgestattet sind.

Machu PicchuZum Glueck geht es uns ab dem zweiten Tag besser, denn wir passieren den “Dead Women’s Pass”, der 1.200m hoeher liegt als unser vorheriges Zeltlager. Der schoenste Tag ist aber der dritte, denn er fuehrt ueber tausende Inka-Treppenstufen an unzaehligen alten Inka-Ruinen vorbei, teils durch dichten Dschungel. Gestaerkt wird unsere 11-koepfige Gruppe von den insgesamt 18 Traegern, die wirklich alles machen und tun. Am vierten Tag muessen wir um 4 Uhr aus den Federn, denn wir wollen das “Sun Gate”, den Durchgang zu den Ruinen von Machu Picchu, bei Sonnenaufgang erreichen. Bisher haben wir Glueck mit dem Wetter, doch an diesem Morgen ist alles vernebelt und es regnet. Normalerweise hat man von hier eine atemberaubende Aussicht auf die weiter unten liegenden Ruinen. Wir gehen im Nebel dorthin, ohne es zu wissen, und als sich der Nebel ein wenig spaeter verzieht, stehen wir mittendrin und sind voellig baff. Die Ruinen-Stadt ist riesig und hat geradezu eine mystisch-beruhigende Ausstrahlung. Kaum zu glauben, wie die Inkas diese Stadt, die den Forschern immer noch so viele Raetsel aufgibt, mitten in den Bergen aufbauen konnten. Wir geniesen diesen Ort fuer mehrere Stunden, bevor wir nachmittags ueber eine ewig lange Serpentinen-Strasse wieder die Zivilisation in Aquas Calientes erreichen und uns dort von der Tour erholen.

Ausgeruht nehmen wir am naechsten Tag einen Zug nach Cusco, der durch das heilige Tal der Inkas fuehrt und landschaftlich super schoen ist. Unterhalten werden wir vom Zugpersonal. Vom Schaffner zum Modell mutiert, wird im Abteil eine Modeshow in lokalen Alpaca-Kleidungsstuecken abgehalten und natuerlich zum Kauf angeboten!

Krank in Cusco

25. November 2007 04:02

Seit 2 Tagen sind wir in Cusco, die Hauptstadt des ehemaligen Inkareiches, seit 2 Tagen liegen wir in dieser schoenen Stadt krank im Bett. Dabei geht es uns zu Beginn in Cusco noch gut, so dass wir bei einer Agentur eine Tour zum Machu Picchu buchen, eine riesige und gut erhaltene Inkaruine. Wir wollen ueber den beruehmten Inka-Pfad zum Machu Picchu gehen, doch weil der 4-taegige Wanderweg so populaer ist, muessen wir ihn im Vorraus buchen (in der Hauptsaison ist der Pfad fuer Monate ausgebucht). Da wir jetzt alles gebucht und (teuer) bezahlt haben, werden wir morgen frueh trotz Unwohlsein aufbrechen. Fuer eine Stornierung haetten wir nur 10% des Betrages wiederbekommen, und fuer eine Verschiebung um einige Tage nach hinten waeren weitere 200$ pro Person faellig gewesen. Wir haben uns heute mit viel Tee und einigen Medikamenten einen ruhigen Tag in unserem gemuetlichen Hostal Frankenstein gemacht und es geht uns schon ein wenig besser. Ausserdem haben wir uns eben noch einen Extra-Porter (Traeger) fuer den Wanderweg “gemietet”, so dass wir unser Gepaeck nicht selber tragen muessen und hoffentlich eher gesund werden!

Nasca-Lines

23. November 2007 01:36

Wir fliegen frueh morgens mit einer kleinen Cessna ueber die Nasca-Lines. Die langen Linien und riesigen Abbildungen wurden in der Zeit zwischen 800 v. Chr. und 600 n. Chr. in den Wuestenboden geritzt. Bis heute ist man sich nicht ganz ueber deren Bedeutung sicher, es gibt jedenfalls verschiedene Theorien. Unser Flug dauert ca. 40 Minuten und der Pilot fliegt ueber den Zeichnungen starke Kurven, damit wir sie direkt unter uns erkennen koennen. Daniel darf ausserdem Co-Pilot spielen, jedoch ist ihm nach dem Flug schlecht! Erinnerungen und Gefuehle wie auf Galapagos werden wach ;-)

Schau mir in die AugenNach dem Rundflug besuchen wir noch die Chauchilla-Graeber, die erst vor einigen Jahren entdeckt wurden. Die Toten, z.T. ganze Familien, wurden aus Tradition im Sitzen zusammen geschnuert und mit ihrem Hab und Gut in ein Grab gesetzt. Leider liegen die jahrtausend alte Mumien heute offen und sind nur durch ein loechriges Strohdach geschuetzt. Wind und Sand zerstoeren sie, so dass bei einigen Gestalten nur noch Knochen und Haare zu sehen sind. Die Kostbarkeiten wurden geraubt und dabei die Graeber zerstoert. Wir muessen schmunzeln, erinnert uns das Szenario doch sehr an die legendaere Geister-Rikscha im Phantasialand!

Punica-Oase

22. November 2007 04:15

Wie ist eigentlich das Wetter zu Hause?! ;-)

Huacachina OaseNach Lima verbringen wir zwei relaxte Tage in Huacachina, eine kleine Oase inmitten von riesigen Sandduenen. Wir liegen bei 29 Grad im Schatten in den Haengematten und schluerfen frischgepresste Jugos (Fruchtsaefte)! Die Oase ist ein kleiner “ploerriger” See, umgeben von Palmen, ein paar Hotels, Restaurants und Bars. Das wars… hier herrscht totale Ruhe, nur nachmittags um halb fuenf haben wir das Gefuehl wir stehen in der Boxengasse am Nuerburgring. Denn dann machen sich die Sandduenen-Buggies mit ein paar Touris auf den Weg in die Sandduenen. Wir machen natuerlich mit und es ist eine Riesengaudi! Wie Achterbahn nur besser! Mit 70, 80 Sachen geht es die Duenen rauf und runter, Daniel hat nach 2 Stunden fast einen Tinitus von Alex Geschrei ;-) Von der Spitze der Duenen versuchen wir uns oefters im Sandboarding. Analog zum Snowboarding, nur eben auf Sand. Schneller gehts mit dem Board jedoch auf dem Bauch liegend:

Heizen mit dem Sand-Buggy:

Peru! Olé, olé!

19. November 2007 18:36

Wir kommen in Lima an, der 8-Millionen Hauptstadt von Peru, und erfahren zufaellig am fruehen morgen, dass am Nachmittag im Lima-Monumental-Stadion Peru gegen Brasilien fuer die WM-Qualifikation 2010 in Suedafrika spielt! Das Spiel ist natuerlich schon ewig ausverkauft, dennoch machen wir uns zusammen mit Derek auf den Weg zum Stadion, in der Hoffnung auf dem Schwarzmarkt fuendig zu werden. Das werden wir auch, allerdings will man uns zunaechst massenhaft total schlecht-gefaelschte Tickets andrehen, die wirklich so aussehen, als ob sie mit der ersten Generation von PC-Druckern ausgedruckt wurden. Wir werden schliesslich vor dem offiziellen Eingang, vor den Augen der Polizei und der Ticket-Kontrolleuren, fuendig und zahlen mehr als das 3-fache des urspruenglichen Ticketpreises (was unter dem Strich immer noch guenstiger ist als eine Karte fuer ein 2. Liga-Spiel beim 1. FC Koeln!) Nach etlichen Kontrollen (ABM-Massnahmen ;-) ) sind wir drin! Wow!! 60.000 verrueckte Peruaner, nur eine handvoll Brasilianer, und zwei Koelner!

Wir sehen neben einem zaubernden Ronaldinho hauptsaechlich ein starkes Spiel von Peru, und am Ende ist die Freude bei den Peruanern sehr gross, gegen Brasilien ein verdientes 1:1 geschafft zu haben. Wir stehen natuerlich auch in der Peruanischen Nord-Kurve, nicht zuletzt wegen der rot-weisse Farben, die denen unseres Heimatclubs entsprechen ;-)

Tor!! Ausgleich Brasilien zum 1:1 gegen Peru: