Archiv für die Kategorie 'Australien'

UL! UL! UL-U-RU!

16. Juni 2008 12:07

Weiter gehts entlang auf dem langweiligen und geteerten Highway zu einem Must-to-do in Aussi, dem Uluru, auch unter Ayers Rock bekannt. Hier ist auch schon “ein Bisschen” mehr los. Am wenigsten faellt man hier auf, wenn man den 10km langen Weg UM den Ayers Rock geht und nicht wie viele Andere mit Sandalen den Fels “besteigt” und anschliessend auf dem Allerwertesten wieder herunter rutscht (ohne bestimmte Nationen nennen zu wollen). Jedenfalls wuenschen sich die Aboriginals, dass man ihren Berg nicht beklettert…

Weitaus unbekannter, aber nicht weniger sehenswert, sind die Olgas. Eine riesige Formation einzelner “kleiner Ulurus”. Ansonsten machen hier alle das Gleiche, uns natuerlich mit eingeschlossen. Morgens um 7 Uhr zum Sonnenaufgang losfahren, und abends auf dem hier extra angelegten Sunset-Viewing Parking mit 200 Anderen den Sonnenuntergang am Uluru zu gucken.

Leider gibt es hier in The-middle-of-Nowhere kein EM-Public-Viewing und so versucht Daniel fuer das Spiel gegen Kroatien verzweifelt nachts um halb zwei auf einem riesigen Campingplatz ein Wohnmobil mit Satellitenschuessel und ARD-Empfang zu finden, leider erfolglos. Zum Glueck haelt uns eine Freundin (Danke liebe Steffi!) per SMS auf dem Laufenden: “2:0 Kroatien”, “2:1 durch Poldi”, “Rot Schweini!”) Fuer das entscheidende Gruppenspiel gegen Oesterreich wollen wir es unbedingt nach Alice Springs schaffen, um dort mitfiebern zu koennen!

Hippy Hippy Shake

10. Juni 2008 11:15

Nun muss sich Thing-Thong beweisen! Wir wollen den gut 700km langen Oodnadatta-Track mitten durchs Outback fahren. Noch einmal kurz vorher alles voll tanken, 75 Liter Tank und 2×20 Liter Ersatzkanister, viel Trinkwasser, und dann gehts los!

Die Strecke ist eine reine Sandpiste, aber das macht unserem Thing Thong nichts. Er bringt uns gut durch voran. Wir sehen einige Rentner-Jeeps mit riesigen Anhaengern auf denen Zelte, dutzende von Benzinkanistern und sogar der Barbecuegrill drauf ist, nun ja nichts daheim lassen! In unserer ersten Nacht faengt es in Stroemen an zu regnen. Gut fuers trockene Land, aber nicht fuer uns! Der Weg ist zu einem einzigen Matschfeld geworden (man stelle sich einen nassen gepfluegten Kartoffelacker vor) und wir haben schon grosse Muehe von unserem Schlafplatz wegzukommen. An der ersten Kurve sehen wir dann schon einen Jeep mit Anhaenger, welcher tief und fest im Matsch fest steckt. Tja, die beiden muessen warten bis es aufgehoert hat zu regnen und die Strasse wieder getrocknet ist. Wir beginnen unsere Rutsch- und Schlitterpartie (Daniel hat alle Muehe das Auto gerade zu halten, waehrend Alex vor Schreck immer die Luft anhaelt, wenn das Auto dem Graben gefaehrlich nahe rutscht). Einige Male sehen wir herrenlose Trailer ohne Jeep, die tief im Matsch stecken und einfach an Ort und Stelle stehen gelassen wurden. Fuer 80km brauchen wir 5 Stunden, bis wir endlich in William Creek, ein Ort mit drei Einwohnern (laut Ortsschild), ankommen. Hier muessen wir gezwungenermassen bleiben, denn die Strecke ist zur Weiterfahrt gesperrt. Wir sind nicht alleine, etliche andere stehen hier auf der Strasse und warten wieder auf die Sonne. So bloed der Regen fuer uns ist, so wichtig ist er hier fuers Land. Von Einheimischen (einer der drei!) hoeren wir, dass es hier seit 1,5 Jahren nicht mehr so stark und lange geregnet hat wie an diesem Tag.

Unser Thing Thong hat bestimmt 200kg Lehm an sich kleben, den wir am naechsten Morgen erst einmal versuchen abzuschlagen, waehrend wir warten, dass die Strecke wieder geoeffnet wird. Wir haben Glueck und mittags kann die Strecke mit Allrad wieder befahren werden. Durch die Sonne ist der Lehm auf der Strasse wieder getrocknet und wir kommen gut vorwaerts. Wenn da nicht die riesigen Wasserpfuetzen waeren, durch die wir einige Male durchfahren und wieder rumdrehen, weils so Spass macht.

In Oodnadatta halten wir am Pink Roadhouse an, wo wirklich alles pink ist, sogar das Klopapier. An unserem letzten Abend machen wir ein kleines Lagerfeuer, schauen uns den Sternenhimmel mit der Milchstrasse an (schnulz) und geniesen einfach nur die Stille (Daniel spielt mal keine Gitarre). Nach ueber 700km und zuviel Sprit erreichen wir das Ende vom Track. Paradoxerweise ist der Sprit am viel befahrenen Sturt-Highway viel teurer, als mitten im Outback. Wir aergern uns tierisch, uns bleibt jedoch nichts anderes uebrig, als gerade soviel zu tanken, um bis zur naechsten Tankstelle gut 200km weiter zu kommen, um dort zu sehen, dass der Sprit noch teurer ist.

Zurueck in der Zivilisation schauen die Leute verwundert Thing Thong an und fragen uns, was wir denn gemacht haetten und wo wir waren. Ein bisschen stolz sind wir dann schon auf unsere Schlammkugel!

Getting prepared!

31. Mai 2008 04:58

Schon von Anfang an wissen wir, dass wir durch das “wahre” Australien wollen: von Adelaide nach Darwin tausende Kilometer durch das Outback! Von Darwin ganz im Norden dann weiter an der Westkueste entlang nach Perth. Unser urspruenglicher Plan war es ein 4-Wheel-Jeep zu kaufen und spaeter wieder zu verkaufen. Doch nach viel Recherche (Automaerkte, Annoncen, Versicherungen usw.) stellt sich dieses Vorhaben als zu aufwendig und riskant dar. So entscheiden wir uns ein Outback-Van zu mieten. Damit haben wir vorallem keinen Stress mit der Umregistrierung, die beim Verkauf in Perth notwendig waere, weil wir das Auto in einem anderen Staat wiederverkaufen wollen.

Unser Van heisst “Thing-Thong”, hat 4-Wheel-Drive und “Reasonable Ground-Clearance”, was soviel bedeutet wie Off-Road tauglich! Zu unserem Glueck finden wir in Melbourne direkt einen Aldi. Hier decken wir uns erst einmal fuer 250$ mit wichtigen Grundnahrungsmitteln wie Haribo Goldbaeren, Schwarzbrot oder Oettinger Bier fuer die naechsten Wochen ein. Damit allein laesst es sich allerdings schlecht im Outback ueberleben, also kaufen wir noch Wassertanks und zusaetzliche Benzinkanister. Es ist kaum noch Platz im Auto, trotzdem bekommen wir es relativ gut organisiert, dass wir nachts hinten imVan nicht auf den Kanistern schlafen muessen. Zu allem “Ueberfluss” kauft sich Daniel auch noch eine Gitarre, fuer die einsamen Abende. Alex hat zum Glueck noch genug Oropax ;-) , denn aus dem Auto fluechten ist schlecht, da es abends bzw. nachts ziemlich kalt wird.

Unsere Tour beginnt mit der Great Ocean Road, die von Melbourne am Meer entlang Richtung Adelaide fuehrt. Staendig gucken wir hoch in die Eukalyptus-Baeume, um nach Koalas Ausschau zu halten. Es dauert ein wenig, bis wir die grauen Plueschknaeuel in den Baeumen sitzen oder schlafen sehen. Mit aller Ruhe und Gemuetlichkeit sitzen sie in den Baeumen, fressen, machen Poo, oder schlafen. Daniel muss desoefteren Vollbremsungen machen, weil Alex wieder Kakadus und Sittiche sieht, und dabei jedesmal anfaengt zu kreischen. Nach 3 Tagen Great Ocean Road mit schoener und wilder Kuestenlandschaft (z.B. die 12 Aposteln, von denen nicht mehr alle stehen) fahren wir ins Landesinnere Richtung Mildura, wo wir Bekannte aus Suedamerika besuchen wollen.

Big Desert Wilderness ParkAuf dem Weg dorthin testen wir Thing-Thong auf seine 4WD- und Off-Road-Tauglichkeit (und Spritverbrauch!), indem wir durch einige Nationalparks fahren. Im Grampians Nationalpark suchen wir uns die Seitenstrassen heraus, die als reine 4WD-Tracks ausgeschrieben sind. Wir merken auch schnell warum, naemlich als wir 20 Grad Schraeglage haben und der Track treppenartig bergauf und -ab geht. Aber unser Schaetzchen macht sich gut. Auch spaeter, als wir 200km durch wuestenaehnliche Landschaft mit zum Teil tiefen Sand durch den Big Dessert Wilderness Park und den Murray-Sunset Nationalpark fahren. Hier bekommen wir einen ersten Vorgeschmack von der Einsamkeit, der Stille und dem Auf-sich-selbst-angewiesen-sein, wie es uns spaeter im Outback laenger bevorsteht. Wir freuen uns total darauf! Aber wir sind jetzt schon total fasziniert von dieser Ruhe, in der man manchmal nur sein Blut in den Ohren pochen hoert, was tagsueber nur von dem Gekreische der unzaehligen Papageien “gestoert” wird. Ein kleiner Schocker sind nur die Kaenguruhs, die uns einige Male ungeahnt vors Auto huepfen. Bis jetzt ist zum Glueck noch alles gut gegangen.

In Mildura haben wir zwei schoene Tage mit Sarah und Alex, die uns Mildura und ihre Schlangen-Zucht zeigen!

Under Down Under

27. Mai 2008 02:34

Unser naechstes (unfreiwilliges) Projekt beginnt schon wenige Sekunden, nachdem wir uns von der Klasse verabschieden. Froehlich winken wir noch dem Schulbus hinterher, als Daniel auf einmal nur noch laut bruellt: “Sch…., meine Regenjacke!!”. “Oh nee, nicht schon wieder”, denkt sich Alex (die Jacke ist gerade neu und proudly sponsored by the Allianz, nachdem die alte Jacke in Chile gestohlen wurde). Alles Geschrei und Hampelmann- Herumgespringe dem Bus hinterher nuetzen nichts, er faehrt 200km weiter nach Hobart. Per Anhalter nimmt uns eine nette Frau weiter mit nach Launceston. Daniel muss waehrend der Fahrt ein Handyanruf ihres Freundes annehmen, sein verdutztes Gesicht koennen wir uns lebhaft vorstellen. In Launceston telefonieren wir erstmal unsere australische Handykarte wegen der Regenjacke leer (fuer alle, die uns Simsen wollen, wir freuen uns riesig: 0061 - 450396659). Doch es ist Wochenende und wir erreichen niemanden. So bleibt bis Montag die Ungewissheit.

Wir mieten uns ein kleines Auto und fahren in einige Nationalparks und sehen viele Wallabies. Die meisten leider ueberfahren, auf einigen Strassen liegt alle 100m eins. Und wir sehen unsere ersten tasmanischen Teufel, die auf den ersten Blick total suess und knuffig wirken, doch wenn sie schreien, laeuft es uns eiskalt ueber den Ruecken. Die kleinen Tierchen haben eine Beisskraft wie ein weisser Hai! Von einem Wallabie-Mahl bleibt Nichts mehr uebrig. Alles, sogar die Knochen werden zerkaut und aufgefressen!

Unterwegs schauen wir uns noch Port Arthur an, eine ehemalige britische Strafkolonie, von der wegen etlicher Braende nicht mehr viel uebrig geblieben ist. Bei einer “German Bakery” werden wir Stammkunden von Kaiserbroetchen, Berlinern und Rosinenschnecken, lecker! In Hobart holen wir dann noch nach weiteren Telefonaten endlich Daniels Regenjacke ab :-)

Die Naechte hier sind bitter kalt, sowohl im Zelt, als auch in den Hostels, denn nirgends gibt es eine Heizung. Wenn es im Hostel dann eine gibt, muss man alle 45 Minuten auf einen Knopf druecken, um sie am Laufen zu halten. Super praktisch, vor allem in der Nacht. Schoener ist da schon ein Lagerfeuer, was wir neben dem Zelt zuendeln, da muessen wir nur alle 3 Stunden aufstehen und Holz nachlegen.

Was uns ziemlich geschockt hat ist die anhaltende und extreme Abholzung des Regenwaldes. Selbst in den Nationalparks begegnen wir staendig riesigen Trucks, beladen mit dicken Baumstaemmen. Geschockt sind aber auch die Tassis selber, was auf ihrer Insel passiert. Schuld daran ist die korrupte Regierung, wie wir einige Male erzaehlt bekommen. Sie ermoeglicht es einer einzigen Firma (es werden staendig fuer sie Gesetze geaendert), das Holz nach Japan zu verschiffen, wo es dort zu Papier verarbeitet wird, was spaeter wieder zurueck nach Tasmanien gebracht wird.

Overland Track in Tasmanien

17. Mai 2008 05:42

HuetteBevor wir fuer 2 Wochen nach Tasmanien fliegen, verbringen wir noch einige Tage in Melbourne. Von der Stadt sehen wir nicht allzuviel, weil wir ein wenig kraenkeln und mehr Zeit im Bett verbringen als in der Stadt. Zum Glueck gehts uns zur Ankunft in Hobart auf Tasmanien wieder besser, so dass wir direkt einen Bus zum Ausgangsort des Overland Tracks nehmen (die 3 Stunden Busfahrt sind teurer als der Billigflieger). Netterweise bietet uns der Busfahrer an, unser Restgepaeck zum Zielort des Overland Tracks zu bringen, denn wir wollen nicht mit unseren 20kg-Rucksaecken die 85km wandern. Wir packen also nur das Noetigste ein, bevor es am naechsten Tag los geht!

Der Overland Track ist super schoen, Natur pur, aber wir haben auch Glueck mit dem Herbst-Wetter. In den 5 Tagen scheint bis auf den Letzten immer die Sonne. Dafuer sind die Naechte in den ziemlich einfachen Berghuetten frostig kalt. Und laut, denn andere Wanderer schnarchen ein 4-Oktaven-Konzert. Bei einem nuetzen sogar Oropax nichts, denn sein Saegen laesst die Hochbetten vibrieren, und wir liegen leider oben. :-( Ansonsten ist ziemlich wenig los auf dem im Sommer so ueberlaufenen Overland Track (der beliebteste Wanderweg in Australien). In der letzten Huette lernen wir eine College-Schulklasse kennen, die die Wanderung im Schulfach “Outdoor Class” gehen und uns nach dem Track in ihrem Schulbus mit nach Launceston nehmen, von wo aus wir uns ein kleines Auto mieten, um weiter auf der Insel herumzufahren. Wir hoffen in den naechsten Tagen noch einen Wombat zu Gesicht zu bekommen, von dem wir auf der Wanderung immer nur das “Pooh” gesehen haben, und natuerlich den beruehmten “Taz”, den tasmanischen Teufel! Von den suessen Wallabys sind uns aber schon viele ueber den Weg gehoppelt!

Weil wir die ganze Woche vom Rest der Welt abgeschnitten waren, bekommen wir nichts von der Aussenwelt mit. Auch nicht vom sagenhaften Wiederaufstieg des FC’s! Kaum zu glauben, aber wahr! Ole, ole, FC!