Archiv für die Kategorie 'Wieder in Köln'

Gesucht, gefunden

11. November 2008 23:55

Allmählich kehrt der Alltag wieder ein! Wir haben ein neues Zuhause gefunden. Ab dem 1.12. wohnen wir in einer gemütlichen Dachgeschosswohnung in Köln-Zollstock.

Alex hat inzwischen auch ihre ersten Arbeitstage bei dm hinter sich und fühlt sich in ihrer neuen Filiale in Lindenthal sehr wohl. Daniel hat auch eine neue berufliche Herausforderung gefunden. Bei einer IT-Beratungsfirma gehts für ihn ab dem 1.1. los, bleibt also noch genügend Zeit sich um den Umzug in die neue Wohnung zu kümmern.

Artikel über unsere Reise im KSTADer Kölner Stadt-Anzeiger hat in der Ausgabe vom 11.11.2008 einen Artikel über unsere Reise veröffentlicht. Moderator Reiner Meutsch von Radio RPR1 hat uns im Rahmen seiner Sonntagssendung “Mein Abenteuer” zu sich ins Studio nach Koblenz eingeladen, wo wir über unsere Reise plaudern. Unser Beitrag läuft am Sonntag, 7.12.2008 von 10 Uhr bis 13 Uhr.

Warum hatten wir eigentlich nicht eine Analog-Spiegelreflex mit eine Handvoll 36iger Filmen mitgenommen? So sitzen wir jetzt vor einem virtuellen Haufen mit gut 30.000 digitalen Fotos. Die wollen wir sortiert bekommen, um die schönsten oder einfach nur solche, die eine Geschichte erzählen, in einer Diashow zusammenzustellen. Vielleicht finden wir nächstes Jahr eine Möglichkeit, diese öffentlich zu präsentieren.

Superjeile Zick

5. Oktober 2008 16:02

Tja, das wars wohl, unsere Reise ist vorbei. Wir sind zurück in unserer geliebten Heimat. Fast alles ist beim Alten in Köln, und das ist gut so!

Bei unserem Rückflug von Hongkong über Helsinki nach Düsseldorf können wir kein Auge zu tun, so aufgeregt sind wir. Zum Glück gibt es bei Finnair viel Unterhaltung, vier Filme am Stück, und die Zeit vergeht tatsächlich wie im Flug. Als wir in Düsseldorf aus dem Flieger aussteigen, schauen wir uns im selben Moment an, denken und tun dann dasselbe: frische kalte Herbstluft einatmen! Wir freuen uns wie Honigkuchenpferde, die Leute gucken uns auf dem Weg zum Flughafenbus verwundert an, vermutlich weil wir immer noch in T-Shirts rumlaufen und trotz der Kälte grinsen.

Die Zugfahrt nach Köln schlägt mit 18,60 Euro zu buche, an diese Preise müssen wir uns erst wieder gewöhnen (6 Stunden Zugfahrt in Thailand 50 Baht = 1 Euro!). Wir wibbeln (”sich lebhaft bewegen”) die ganze Zeit auf unseren Sitzen herum und können kaum erwarten, am Bahnhof in Köln anzukommen. Doch dann ist es endlich soweit, die Rucksäcke auf dem Rücken, unsere Nasen an die Türscheiben gepresst und dann die riesen Überraschung: wir bleiben genau vor unserem Begrüßungskomitee mit dem Zug stehen! Die Türen gehen auf: Jubel, Freudenschreie und Tränen. Wir sind völlig sprachlos, auch weil wir eigentlich “nur” mit unseren Eltern gerechnet hätten, doch es sind so viele mehr da: Freunde, alte Arbeitskollegen und sogar unsere Reise-Lieblingsbekanntschaft, die Antarktis-Anke. Wir werden so herzlich empfangen, und es gibt natürlich wie gewünscht Röggelchen und Kölsch für uns.

Wir wurden schon oft nach den Highlights unserer Reise gefragt. Es ist für uns beide schwer zu sagen. Es waren weniger spezielle Orte auf der Landkarte, als vielmehr Begegnungen, Erfahrungen und Erlebnisse mit Menschen und Tieren, die diese Reise ausgemacht haben, und die in keinem Reiseführer stehen. Es sind kleine persönliche Geschichten, die sich einfach spontan auf dem Weg ergeben haben und uns immer in Erinnerung bleiben werden (ein alter fremder Mann, der für Alex ein unbekannteres John Lennon Lied zum Geburtstag singt; Kinder mit Dingen glücklich zu machen, die für uns so alltäglich sind, z.B. eine Tasse heisse Schokolade oder Kugelschreiber; von wildfremden Menschen im Outback auf ein Glas Wein eingeladen zu werden und deren Haustürschlüssel angeboten zu bekommen; ein Seelöwe, der mit Daniel unter Wasser tanzt; ein Kakadu-Ehepaar, was jeden Morgen mit uns gefrühstückt hat…).

Dieser Blog war unser “Baby” auf dieser Reise, und nicht immer pflegeleicht. Virenverseuchte Rechner in den Internet-Cafes, die öfters unsere Speicherkarten mit den Fotos gelöscht haben, extrem langsame Internetverbindungen, wo wir uns dann sogar gegenseitig angenervt haben, weil wir mitunter stundenlang davor saßen. Nichtsdestotrotz hat es uns immer wieder Spaß gemacht, Euch an der Reise teilhaben zu lassen. Wir bedanken uns bei allen, die mit uns das Jahr erlebt haben und über viel positive Resonanz, auch von vielen uns unbekannten Menschen. Wir haben uns über jede Nachricht gefreut und entschuldigen uns, wenn wir nicht immer direkt geantwortet haben.

Für alle, die einmal ähnlich “Großes” vorhaben, stehen wir mit Tipps gerne zur Seite. Wir haben viele Erfahrungen gemacht, die wir gerne weitergeben wollen und beim “nächsten Mal” ;-) anders machen würden (andere Auslandskrankenversicherung, andere Medikamente, gebührenfreies Geldabheben usw.). Fragt uns ruhig Löcher in den Bauch!

Madet jut!

Alex und Daniel

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei

28. September 2008 03:02

Nur noch vier Tage, und wir landen an einem uns diesmal schon bekannten Flughafen, ungluecklicherweise Duesseldorf. Natuerlich waeren wir lieber in Koeln gelandet, aber das hat unser Ticket nicht hergegeben. Deswegen haben wir beschlossen, mit dem Regionalexpress von Duesseldorf nach Koeln “einzufahren”. Was gibt es nach einem Jahr Schoeneres, als ueber den Rhein und die Hohenzollernbruecke zu fahren, und den Koelner Dom zu sehen?

Natuerlich haben wir bei unseren Eltern schon einen Wunschzettel eingereicht, womit wir am Bahnsteig empfangen werden moechten (Mittwoch, 1.10. um 19:29 Uhr, Gleis 9 am Koelner Hbf). Die drei Wichtigsten Dinge:

  • Halver Hahn (fuer alle Nicht-Koelner: Mittelalter Gauda mit Roeggelchen und Senf)
  • Fleischwurst, vorzugsweise FC-Wurst (Papa Wester weiss schon Bescheid :-) )
  • Koelsch

Damit waeren wir fuers Erste zufrieden. Aber es gibt noch so einige andere Dinge, auf die wir uns nach 365 Tagen sehr freuen. Die Eltern, Geschwister und Freude zu umarmen und nicht nur ueber Skype deren Stimme zu hoeren oder ueber diesen Blog und Email zu kommunizieren, endlich wieder saubere und gut-riechende Waesche zu haben, von keinen Kaefern, Mosquitos oder Blutegeln ausgesaugt zu werden, keine schwarzen Haare im Bett oder im Essen zu haben (zum Bett zaehlen auch Kopfkissen, die nach hunderten von Vorgaengern riechen und gelb sind, manchmal), 1. FC Koeln, noch mehr Koelsch, beruhigt auf Gehsteigen zu gehen ohne Angst haben zu muessen, im naechsten Moment zwei Meter tief in ein Loch zu fallen, keinen ungebetenden Zoo (Kakerlaken, Ratten) um uns zu haben, gute Aerzte, die einem sagen was man WIRKLICH hat (lange Geschichte), sich wieder auf ein Klo setzen zu koennen und nicht einfach nur ein Loch als “Zielscheibe” unter sich zu haben, endlich wieder Cremes und Deo’s kaufen zu koennen, ohne “Whitening-Effekt”, was wollen wir bitte schoen mit gebleichten Achselhoehlen (die Asiaten stehen drauf), endlich wieder EIN Zuhause zu haben (wir haben noch nichts in Aussicht) und nicht zuletzt eine konkrete Aufgabe bzw. einen Job zu haben…

Was werden wir vermissen? Jeden Tag aufzuwachen, und nicht wissen, was der Tag bringt, staendiges Handeln und dennoch zu wissen, dass man trotzdem zuviel zahlt, sich alle paar Wochen an eine neue Waehrung gewoehnen zu muessen, oefters am Tag lecker und guenstig essen zu gehen, staendig von der Seite mit “Tuk-Tuk, Mister, ok!” angesprochen zu werden, mit wildfremden Menschen einfach so ins Gespraech zu kommen und ueber Gott und die Welt zu sprechen, neue Orte, neue Menschen, neue Kulturen…

Wie ihr seht, die Punkte widersprechen sich. Deswegen schauen wir beide auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurueck und nach vorne. Nach der Reise ist vor der Reise, denn wir muessen uns bald um dieselben Dinge kuemmern, wie vor der Reise, nur umgekehrt: Wohnung suchen, zum Arbeitsamt gehen bzw. einen Job finden (Alex weiss schon was sie erwartet), Versicherungen, Arzt (diesmal nicht fuer Impfungen, sondern zur grossen Generalueberpruefung)… Nach all diesen Dingen muessen und wollen wir wieder zu einem geregelten Alltag finden, so schwer uns das am Anfang fallen wird. Fest steht aber jetzt schon, es war die genialste Reise und Zeit unseres Lebens, die mehr ein Abenteuer war als ein sehr langer Urlaub.