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Nationalfeiertag in Kuala Lumpur, Tumulte und Freu(n)de in Bangkok

5. September 2008 16:25

Zufaelligerweise kommen wir am Nationalfeiertag der Malaysier in Kuala Lumpur an. Das Feuerwerk verschlafen wir aber, weil wir k.o. aus dem Dschungel ankommen und direkt totmuede ins Bett fallen. Dafuer schauen wir uns am naechsten Tag die Petronas Towers an. Die beiden Tuerme aus Stahl und Glas sind gigantisch, und vorallem bei Nacht sehr beeindruckend. Fuer die Besichtigung der beruehmten Bruecke, die die beiden Tuerme miteinander verbindet, muessen wir frueh anstehen, um einen der begehrten Gratis-Plaetze zu ergattern. Die Sicht auf die Stadt ist aber aus dem 421 Meter hohe Menara Kuala Lumpur Tower besser, wo es ausserdem das hoechste Mc D. der Welt gibt!

Von Kuala Lumpur fliegen wir nach Bangkok, wo nach deutscher Presse Ausnahemzustand herrscht, was wir zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht wissen. An einem Tag gibt es zwischen den beiden politschen Lagern tatsaechlich eine Strassenschlacht mit einem Toten und vielen Verletzten als Folge, doch seit zwei Tagen hat sich die Lage im Regierungsviertel wieder beruhigt. Als wir in Bangkok ankommen, wundern wir uns noch, warum viele Leute in gelben T-Shirts rumlaufen, einige wenige in Roten. Zuerst denken wir an einen grossen Vereins- oder Schulausflug, bis wir erfahren, dass die “Gelben” Regierungsgegner sind und die “Roten” Sympathisanten der Regierung. In den naechsten Tagen werden wir also kein gelb oder rot tragen!

Alex erwischt!In Bangkok ueberbruecken wir zu Alex Freude und Daniels Leidwesen die ersten Tage mit Extrem-Shopping. Die gigantischen eisgekuehlten Einkaufszentren sind aber auch die einzigen Orte, in denen man sich laenger aufhalten kann. Das Wetter ist wie in Malaysia schon extrem schwuel und drueckend. “Birkenstueck”, “Adidos” und “Gucci Amani” sind hier die gaengigen Marken ;-)

Freunde aus der Heimat!Die Freude bei uns ist gross, als wir fuer einen Abend Freunde in Bangkok treffen. Mit Simone, Daniels alte Lieblingsschulfreundin :-) , und Florian, ihrem jetzigem Lieblingsfreund, gehen wir abends in einem schicken Restaurant hoch ueber den Daechern Bangkoks essen. Die Bar auf dem Dach des Restaurants ist dann nicht ganz schwindelfrei (72. Stock!), und wir trinken zusammen unser letztes Bier lieber im Hostel. Am naechsten Tag muessen die Beiden schon wieder weg, der Beamten- bzw. Angestellen-Jahresurlaub gibt nicht mehr her.

Fast eine Woche sind wir nun in Bangkok. Nicht ganz unschuldig ist unser Hostel, in dem wir uns auch wegen dem netten Besitzer pudelwohl fuehlen. Ab morgen wollen wir fuer die naechsten drei Wochen Kambodscha und Laos bereisen, bevor wir wieder zurueck nach Bangkok fuer den Weiterflug nach Hongkong muessen.

Unser Dschungelcamp

31. August 2008 08:23

Wir sind im Taman Negara Regenwald im Malaysia, das aelteste Waldgebiet der Erde. Seit 130 Millionen Jahren waechst hier Regenwald, ein richtiger Ururwald. Auch wenn die Malaysier in der Vergangenheit nicht ziemperlich waren, was die Abholzung ihres Regenwaldes betrifft, geht es in diesem Nationalpark noch urspruenglich zu.

Mit dem “Jungle-Train” fahren wir von Singapur aus nach Jerantut in Malaysia, dem Ausgangsort zum Taman Negara. Von dort gehts mit einem schmalen “Longboat” auf einem breiten braunen Fluss drei Stunden flussaufwaerts tief in den Dschungel hinein. Unterwegs sehen wir links und rechts am Ufer viele wilde Wasserbueffel. In Kuala Tahan, dem einzigen Dorf im Park (abgesehen von einigen Nomaden-Doerfer der Ureinwohner), muessen wir Eintritt und eine “Photographic Licence” bezahlen. Letztere kostet das 5-fache vom Eintrittspreis, aber trotzdem nur einen Euro umgerechnet. Fuer vier Naechte ist eine einfache Huette unsere Unterkunft, und in den Baeumen davor tummeln sich oft Aeffchen und Hornbills (aehnlich wie Tukane, mit einem riesigen bunten Schnabel).

zu spaet gemerkt!Die Tage sind extrem schwuel mit 99% Luftfeuchtigkeit. Nach nur zehn Minuten wandern im Dschungel sind wir klitschnass geschwitzt, wir fuehlen uns wie in der Sauna. Am ersten Tag laufen wir noch ahnungslos mit unseren Trekking-Sandalen rum, ohne zu merken, dass wir “angezapft” werden. Erst als Blut in Rinnsaelen fliesst, sehen wir die kleinen bzw. mittlerweile grossen Blutsauger! Mit Desinfektionsspray besprueht lassen sie freiwillig los, doch kaum ist der eine Fuss wurmfrei, saugen an dem Anderen schon wieder fuenf Neue. Wir koennen kaum glauben, wie schnell und unbemerkt sie angekrochen kommen. Selbst mit Wanderschuhen und dicken Socken sind wir in den naechsten Tagen nicht vor ihnen sicher. Nachts ist es im Dschungel so extrem laut, dass manchmal selbst Oropax nicht helfen. Jede Nacht haben wir ein Symphonie-Konzert von Zikaden, Froeschen, Affen, Wildschweine und andere Laute von unbekannten Tieren.

Canopy-WalkAnsonsten wandern wir tagsueber im Dschungel umher. Der “Canopy-Walk” hier (Haengebruecken von Baum zu Baum) ist angeblich der laengste der Welt und bei Schwindel-erregenden 40 Meter Hoehe wackelt die ganze Konstruktion. Bei einem Fluss, den wir ueberqueren muessen, gibts leider keine Haengebruecke, nur ein Seil im Wasser zum Festhalten. Also Schuhe, Socken und Hose aus, Augen zu und durchmarschiert! Auch wenn wir nicht sehen, wo wir eigentlich hintreten, denn das Wasser ist dunkel braun, tut die Abkuehlung am Ende gut!

Fahrt auf einem “Longboat” im Dschungel:

In Singapur - und wieder auf der Nordhalbkugel

28. August 2008 04:42

Als wir im Flieger von Jakarta nach Singapur sitzen und beim blaettern im Airline-Magazin eine Weltkarte entdecken, faellt uns auf, dass wir seit Beginn unserer Reise vor 11 Monaten nur auf der Suedhalbkugel gereist sind (abgesehen von einem Tag in Ecuador auf dem Aequator). Singapur liegt also wieder auf der Nordhalbkugel, wir naehern uns langsam der Heimat :-) Und der Abfluss dreht sich nun wieder rechts herum!

Singapur SkylineIn Singapur bleiben wir vier Tage zum Sightseeing. Immer wieder regnet es in Stroemen, aber das haelt uns nicht von “Little India”, Chinatown, Singapore Bird Park und Sentosa Island ab. Die Stadt ist sehr sauber und hoch modern, was wir in beiderlei Hinsicht gar nicht mehr gewohnt sind. Man kann seelenruhig durch die Strassen gehen, ohne staendig von der Seite angesprochen zu werden (”Taxi, Mister?”, “Give you good price, ok!”). Auch muessen wir hier nicht mehr um die Preise faelschen, denn in Indonesien haben wir immer pauschal ein Vielfaches vom eigentlichen Preis genannt bekommen.

Nach 4 Tagen Grossstadt fahren wir mit dem “Jungle-Train” ueber die Grenze nach Malaysia, wo wir einige Tage tief im Taman Negara Dschungel verbringen wollen.