Archiv für die Kategorie 'Indonesien'

Grosse Tempel und ein brodelnder Vulkan auf Java

23. August 2008 07:35

Nach “Bromo” fahren wir mit unserer franzoesischen Begleitung 400km weiter nach Yogyakarta auf Java. Nach 11 Stunden Fahrt dorthin wissen wir dann auch, warum Java die bevoelkerungsdichteste Insel der Welt ist. Auf der gesamten Strecke haben wir nie das Gefuehl, die Stadt (irgendeine!) zu verlassen. Nie wird es laendlich, ueberall Menschen, Autos, Mofas, Smog und Laerm.

In Yogyakarte bleiben wir sechs Tage, denn von hieraus gibt es drumherum viel zu sehen. Wir besichtigen Prambanan, den groessten hinduistischen Tempel in Indonesien und Borobudur, einer der groessten buddhistischen Tempelanlagen in Sued-Ost Asien. Beide Tempelanlagen sind sehr beeindruckend, im Gegensatz zu den hunderten Verkaufsstaenden vor den Eingaengen bzw. nach den Ausgaengen. Wir finden kaum raus aus dem riesigen Labyrinth, was mit Sicherheit aber auch gewollt ist.

Daniel besorgt sich in Yogyakarta ausserdem einen Guide, um den Gunung Merapi zu besteigen, einen der aktivsten und gefaehrlichsten Vulkan der Welt. Um 22 Uhr gehts mit einem Bus nach Selo, ein Dorf welches gefaehrlich nahe am Fusse des Vulkans liegt. Um 1 Uhr nachts geht dann der sehr anstrengende Aufstieg mit ueber 1400 Hoehenmeter auf den Gipfel los. Oben qualmt der ganze Vulkan, ueberall stinkt es nach Schwefel und der Guide kocht Teewasser auf den heissen Lavasteinen.

Rundumblick auf dem Gurung Merapi:

In Yogyakarta muessen wir uns leider von unserer franzoesischen Family verabschieden. Mit einem Nachtzug fahren wir 600km weiter nach Jakarta, der knapp 10 Millionen Hauptstadt Indonesiens. Hier gibt es nicht viel zu sehen, was nicht nur an dem Smog liegt, und zum Glueck fliegen wir von hier am naechsten Tag nach Singapore.

Bang Boom “Bromo”

17. August 2008 12:55

Von Bali aus machen wir uns auf den Weg nach Java, mit 124 Millionen Bewohnern die bevoelkerungsreichste Insel der Welt (Indonesien hat insgesamt ueber 17.000 Inseln!). Auf der diesmal kurzen Faehrueberfahrt lernen wir Estelle und Christoph aus Frankreich kennen, die mit ihrem 20 Monaten alten Baby reisen. “Luna” zieht alle Indonesier auf Java magisch an; mit ihrer weissen Haut, blonden Haaren und blauen Augen ist sie hier etwas ganz Besonderes und alle wollen sie beruehren.

Mit den Dreien ist unser erstes gemeinsames Ziel der Bromo-Tengger-Semeru Nationalpark, eine aktive Vulkanlandschaft und eine der beeindruckendsten Orte in Indonesien. Als wir dort nachts nach einer langen und wilden Fahrt ankommen, sehen wir davon noch nichts, nur die Luft ist hier auf ueber 2300m etwas duenner. Erst am naechsten Morgen, als wir ueber den Kraterrand sehen koennen, ist die Aussicht total ueberwaeltigend. Der Tengger-Krater erstreckt sich ueber 10km Durchmesser, im Tal liegt eine Nebelschicht und der Schwefel-qualmende Gunung Bromo schaut ueber der Wolkendecke heraus. Im Hintergrund qualmt der Gunung Semeru, der hoechste und aktivste Vulkan auf Java. Alle 20 Minuten stoesst er eine riesige schwarze Aschewolke aus.

Wir wandern durch den riesigen Tengger-Krater zum “Bromo”, und weil Alex dort vermutlich zu viel Schwefel einatmet, hat sie in der naechsten Nacht eine starke Migraene-Atacke. Am Bromo selbst verkaufen geschaeftstuechtige Indonesier Blumenstraeusse, die man in den Schlund des Vulkans schmeissen soll, was natuerlich Glueck bringt. Wir wundern uns anfangs noch, warum die Blumen alle grau sind und die Straeusse so vergammelt aussehen, bis wir einen lebensmueden Verkaeufer in den Vulkan klettern sehen, um die runtergeworfenen Straeusse wieder einzusammeln! Oben wieder gluecklich angekommen, wird die Asche abgeschuettelt, und die Straeusse wieder zum Verkauf angeboten. Sonst wird hier leider nichts recycelt!

Am Kraterrand vom Mount Bromo (und die Auswirkungen des Schwefels auf Alex):

Daniel macht sich dann nachts um 3 Uhr alleine auf den Weg, um von einem hoeher gelegenen Aussichtspunkt am Tengger-Krater den Sonnenaufgang zu sehen, was mit den qualmenden Vulkanen wirklich atemberaubend aussieht.

PS: Unsere australische Handy-Nummer funktioniert in Asien nicht mehr!

Es gibt Reis, Baby

12. August 2008 15:10

Jan und Marco treffen wir zufaellig frueher auf der Faehre von Lombok nach Bali wieder. Zusammen erleben wir eine chaotische Ueberfahrt auf einer Faehre, die in Deutschland mit einer 1000-Punkte-Maengelliste nie den TUEV bestehen wuerde! Der Wellengang ist so stark, dass wir bei jeder Welle denken, die Faehre bricht gleich auseinander. Viele Einheimische werden seekrank, und die ohnehin schon schlimmen Toiletten werden in Folge dessen unbenutzbar (auch Alex muss wieder leiden). Als wir am Hafen in Bali ankommen, stehen wir stundenlang mit anderen Schiffen in einer “Warteschlange” auf dem Meer, weil es leider nur einen Anlegesteg gibt. Das Schlimmste passiert aber, als unsere Faehre gerade anlegt, und wir aussteigen wollen. Wir muessen im Bug zwischen LKW’s und Bussen mit laufenden Motoren warten, bis die Klappe aufgeht. Es gibt absolut keine Luftzufuhr und zurueck aufs Deck ist auch unmoeglich, weil der enge Gang nach oben mit anderen Leuten versperrt ist. Nach endlos langen 15 Minuten geht endlich die Klappe auf und wir koennen nach Luft schnappen!

Mit fuenf Stunden Verspaetung kommen wir nachts wieder in Kuta an, wo wir zusammen Marcos und Jans Rucksaecke packen, die netterweise von uns “unnoetiges” Gepaeck mitnehmen (Zelt, Kocher, Schlafsaecke usw.). Am naechsten Morgen muessen wir uns leider verabschieden, aber diesmal nur fuer zwei Monate. :-)

Aus dem extrem touristischen Kuta machen wir uns auf den Weg ins ebenfalls touristische, aber dennoch gemuetlichere Ubud. Hier kommen wir bei einer Familie unter. Wir mieten uns wieder einen Roller, unser eigentliches Ziel, ein beruehmter Tempel, verpassen wir nur knapp. Auf der Karte sieht alles so einfach aus, 3-4 mal abbiegen und schon sollten wir da sein, aber Strassenschilder gibt es hier so haeufig wie Reisfelder in Deutschland. So verfahren wir uns “ein wenig”, bis in den Norden von Bali. Wir merken das auch schnell, aber die Gegend und die Reisfelder sind so urspruenglich bzw. schoen, dass wir einfach immer weiterfahren und uns treiben lassen. Einsame Doerfer, winkende Kinder und keine anderen Touris begleiten den Weg.

Nach Ubud fahren nach Lovina hoch in den Norden. Zur Feier des Tages (wir haben heute unseren 1. kirchlichen Hochzeitstag) steigen wir in einem netten Strandbungalow ab, der nicht teurer ist als so mancher einfacher Campingplatz in Australien. Ein deutsch-sprachiger Balinese zeigt uns auf einer Tour das Hinterland, doch sein “Spaziergang” entpuppt sich mehr als Flusswanderung. Das Wasser kommt uns aber bei der schwuelen Hitze gerade recht (Alex unfreiwillig, als sie im Fluss ausrutscht!).

Ueber Bali denken wir am Ende so, wie man ueber Mallorca denken koennte. Sehr touristisch, aber einige entlegene Orte sind dann doch sehr schoen.

1 neues Abenteuer, 2 alte Freunde, 3 lecker Koelsch

6. August 2008 14:10

Endlich Asien! Unser naechstes und letztes Abenteuer beginnt. Wir landen in Bali und haben uns damit nicht gerade den urspruenglichsten Ort in Indonesien ausgesucht, aber dazu spaeter mehr.

Am Flughafen werden wir herzlich von Marco und Jan empfangen, zwei alte Schulfreunde von Daniel, die kurz vorher selbst erst gelandet sind. Die Freude ist riesig und am Abend stossen wir am Strand mit drei 0,5er Dosen Gaffel Koelsch an, die wertvollste Fracht der beiden aus Koeln. Das erste echte Koelsch nach zehn Monaten! Daniel weiss schon gar nicht mehr, wie lecker es schmeckt. Zwei Wochen wollen wir mit Marco und Jan verbringen.

Bei der Einreise am Flughafen versucht der Zollbeamte uns uebers Ohr zu hauen. Das Visum kostet 50 US$, aber er macht uns ein freundliches Angebot, dass wir 40 Euro zahlen sollen. Bei einem Umrechnungskurs von ueber 1,5 kramen wir dann doch unsere letzten Dollar-Scheine aus der Tasche. Marco und Jan werden spaeter beim Geldtauschen betrogen. Vor lauter Nullen auf dem Taschenrechner kommt man hier aber auch schnell durcheinander (150 Euro sind 2.100.000 Rupien). Ok, ab jetzt sind wir wie schon in Suedamerika wieder sensibilisiert!

Einzige FortbewegungsmittelDass Kuta in Bali sehr touristisch ist, wussten wir eigentlich, aber dass es sooo schlimm ist, haetten wir nicht gedacht. So nehmen wir nach zwei Naechten schon Reiss-Aus und fahren mit einer Tucker-Faehre zu den Gili Islands, drei kleine Inseln neben Lombok. Wir bleiben auf der Groessten, Trawangan. Unsere Unterkunft haben wir bei einer einheimischen Familie, wo vier Generationen unter einem Dach leben. Der Uropa ist “um die 100″ (das genaue Geburtsdatum weiss man nicht mehr) und das Baby ist ein halbes Jahr alt. Es ist wie auf einem kleinen Bauernhof: ueberall laufen Gaense, Ziegen, Huehner und Haehne rum. Apropos Haehne, denen wuerden wir am liebsten jeden Morgen um 5 Uhr die Haelse rumdrehen. Wenn einer anfaengt zu kraehen, antworten alle Haehne auf der Insel! Abgesehen von dem Kikeriki und den fuenf muslimischen Gebeten am Tag, die aus Lautsprechern die Insel beschallen, geht es auf der Insel sehr ruhig und gelassen zu. Es gibt keine Autos und Mofas, nur Fahrraeder und kleine Pferdekutschen werden als Transportmittel genutzt. Mehr braucht man hier auch nicht, denn in zwei Stunden laufen wir einmal um die Insel. Abends, wenn mal wieder der Strom ausgefallen ist und wir mit unseren Kerzen auf die Pipibox gehen muessen, und dann auch noch merken muessen, dass kein Wasser laeuft, holen wir in Eimern Wasser aus dem Brunnen, um damit zu spuelen und einmal auch zu duschen.

WiederauftauchenMarco, Jan und Daniel machen auf der Insel einen Open Water Tauchschein. Dieser geht ueber vier Tage und Alex droht ein Inselkoller. Aber egal, Daniel sieht die schoensten und buntesten Fische und Korallen. Papa Westers Aquarium sieht “grau” dagegen aus ;-) Die Drei tauchen mit Haien, riesigen Schildkroeten, Octopussen, “Nemo’s”, Moraenen und vielen anderen. Es gefaellt den Jungs so gut, dass sie nach dem Kurs noch zwei Adventure-Tauchgaenge machen, einen Deep-Water Tauchgang auf 30m und ein Wrack-Tauchgang. Marco und Jan beschliessen daraufhin den Advanced Open Water Tauchschein zu machen, doch, um Alex vor dem drohenden Inselkoller zu bewahren, gehen wir beide fuer die drei Tage auf die Insel Lombok. Hier mieten wir uns ein Motorbike und erkunden die Insel. Wir besichtigen viele Tempel, aber am schoensten finden wir die gruen leuchtenden Reisterassen. In laendlichen Gebieten winken uns staendig Kinder zu und laufen uns hinterher. Maedchen sind immer peinlich beruehrt, wenn Daniel sie anlaechelt.

In Bali wollen wir uns wieder mit Marco und Jan treffen, um ein letztes Mal feiern zu gehen, bevor die beiden wieder in die Heimat muessen.