Archiv für die Kategorie 'Neuseeland'

Ueber den Wolken…

7. April 2008 01:16

Wie high kann man eigentlich vom eigenen Adrenalin werden?! Ziemlich, und vor allen Dingen ziemlich peinlich…

Wir sind am Lake Taupo und haben die bescheuerte Idee, uns aus 4600m aus dem Flugzeug stuerzen zu lassen. Taupo ist DAS Skydive-Zentrum schlechthin, hier springen jedes Jahr 15.000 Leute aus dem Flugzeug (die meisten mit Fallschirm), und deswegen ist es hier auch unschlagbar guenstig. “Wenn schon, denn schon”, denken wir uns, und lassen uns auf die hoechste Absprunghoehe fliegen. Mit einem pinken Flugzeug und unseren beiden professionellen Tandemguides schrauben wir uns 15 Minuten lang in die Hoehe, bevor das gruene Signal aufleuchtet und wir springen koennen… aber nach dem Blick nach unten auf die Wolken doch nicht mehr wollen! Diese Entscheidung nehmen uns dann aber zum Glueck die Tandemguides ab, an denen wir haengen. Wir haben beide das totale Muffen-Sausen, der Adrenalin-Kick ist unvorstellbar. Als wir dann nacheinander aus dem Flugzeug springen und 60 lange Sekunden freien Fall haben, ist das Gefuehl mit 200km/h dem Erdboden entgegen zu sausen unbeschreiblich. In den ersten Sekunden wissen wir nicht, wo oben und unten ist, wir ueberschlagen uns wie wild. Aber danach ist es einfach nur genial! Als wir dann durch die Wolken fliegen oeffnen sich die Fallschirme und wir gleiten bei wunderschoener Aussicht ueber den See und die Berge nach unten. Waehrend der ganzen Zeit nehmen unsere Tandemguides mit einer Handycam unseren Flug auf. Ihr glaubt gar nicht wie peinlich und wie bescheuert man redet, wenn man unter Adrenalin steht… Wir schaemen uns… und muessen uns trotzdem staendig darueber totlachen!

Nachgetragen: Die Videos von unseren Sprüngen haben wir hochladen können.

On the road again

1. April 2008 10:00

Vulkan TaranakiSeit knapp zwei Wochen sind wir in Neuseeland, und damit beginnt auch ein neuer Abschnitt unserer Reise. Wie ihr an unserer verspaeteten Berichterstattung erkennt, reisen wir von nun an anders. Mit unserem gemieteten Campervan suchen wir uns die Orte selber aus, meistens in freier Natur und nicht wie bisher im Hostel mit Internet.

Aber von Anfang an: Von der Osterinsel fliegen wir zurueck nach Santiago, von wo aus wir nach Auckland fliegen. Um 4 Uhr morgens kommen wir dort an und muessen erst einmal durch einige Kontrollen, die streng das Gepaeck nach Samen und Fruechten kontrollieren, damit Neuseeland bleibt was es ist bzw. was hier waechst. Natuerlich muessen wir unser Zelt zum desinfizieren abgeben; die Wanderschuhe duerfen wir freundlicherweise anbehalten. Wir nehmen uns direkt ein Taxi zum Camperverleih. Noch mitten im Dunkeln kommen wir dort an. Jetzt bemerken wir erst, wie bloed es von uns war hier hin zu fahren und nicht am Flughafen zu warten. Auch der Taxifahrer guckt uns ein wenig verwirrt an. Wir packen erst einmal unsere Isomatten und Schlafsaecke aus und legen uns auf der Einfahrt nochmal aufs Ohr. Ein paar Mal halten Leute an und fragen, ob bei uns alles in Ordnung ist. “Klar! Sind halt nur ein wenig muede vom Flug.” Um 9 Uhr kommt dann endlich jemand vom Verleih und uebergibt uns unseren Campervan. Jeder Camper ist mit Graffiti besprueht und hat “lustige” Sprueche drauf, von denen wir einige auf anderen Vans nicht so ganz verstehen. Aber unseren: “If swimmings such good exercises, why are whales so fat?” ;-) Praktisch ist, dass alle Kratzer und Beulen einfach uebersprueht werden. So muessen wir uns darueber keine Sorgen machen. Gut so, denn hier faehrt man auf der anderen Seite. Schon komisch und ungewoehnlich, aber es klappt gut, auch bei Alex! Es gibt ja noch den Beifahrer, der einem sagt: “Oh, oh, du faehrst gerade auf der falschen Seite!!” Auch werden wir in den ersten Tagen fast von Autos ueberfahren, denn wir gucken staendig in die falsche Richtung. Zum Glueck sind die Neuseelaender nett und kennen die Bremse!

Zunaechst fahren wir in den Norden. Hier baden und sonnen wir uns an einigen schoenen Straenden. Wir fahren bis zum noerdlichsten Punkt in Neuseeland, Cape Reinga, wo die Tasmanische See und der Pazifik aufeinander treffen. Von hier aus wollen wir eigentlich mit dem Van die “90 Miles Beach” entlang fahren. “Zum Glueck” bleibt unser Van schon auf den ersten 10 Metern im Sand stecken. Voller Panik buddeln wir unsere Reifen wieder aus. Leider bringt uns dies nicht weiter, so muessen wir einige Leute ansprechen, die am Strand rumstehen, und sich schmunzelnd unser Spektakel ankucken. Mit 5 Mann und Frau schaffen wir es dann raus. Glueck gehabt, denn die Flut nimmt keine Ruecksicht auf uns.

Beeindruckend sind auch die Kauri-Baeume, einige sind aelter als 2000 Jahre und haben einen Umfang von 16 Metern. Wir sind voellig ueberwaeltigt vor so einem Riesen zu stehen, nicht nur, weil wir beide so klein sind.

Auf dem Whanganui RiverDa wir die letzten Tage viel Auto fahren, zieht es uns aufs Wasser. Wir wollen eine 3-Tages-Kanutour auf dem Whanganui River machen. Am ersten Tag haben wir noch schoenes Wetter. Abends kommen wir nach 8 Stunden paddeln an unserer Huette an. Dort ist ausser einem herzlich nettem Huetten-Ehepaar, zwei Kanarienvoegel und zwei anderen Paddlern niemand. Alex bekommt von Jeanette, der Huettenwaertin, ihre ganze Lebensgeschichte erzaehlt und das Familienfotoalbum gezeigt, waehrend Daniel “Maennergespraeche” fuehrt. Am naechsten Morgen koennen wir vor lauter Muskelkater kaum unsere Arme bewegen. Wir haben gerade unsere ersten Stromschnellen trocken ueberstanden, als es in Stroemen anfaengt zu regnen. Dies aendert sich leider die naechsten zwei Tage nicht. Trotzdem geniesen wir die wunderschoene Landschaft links und rechts vom Fluss. Wir sehen drei Tage lang keine Haeuser, keine Strassen und hoeren keine Autos. Nur die Jet-Boote, die mit Eintagstouristen an uns vorbei duesen nerven ein wenig. Nach drei Tagen und 87 km Flusstour haben wir dann die Nase ein wenig voll, denn der Fluss hat trotz Dauerregen in den letzten beiden Tagen wenig Wasser, und das heisst fuer uns, paddeln, paddeln, und nochmals paddeln.