Archiv für die Kategorie 'Galapagos I.'

Adios Galapagos

27. Oktober 2007 01:16

Reproduzierende Schildkroeten Nach 2,5 erlebnisreichen Wochen verlassen wir am Mittwoch die Galapagos Inseln. Die letzten Tage verbringen wir wieder bei Frauke und Frank in Puerto Ayora. An unserem letzten Tag erleben wir noch eine kleine Sensation am Strand der Tortuga Bay, was selbst auf Galapagos nur Wenige zu Gesicht bekommen, weil es auch hier so selten vorkommt: Zwei grosse Wasserschildkroeten “reproduzieren” sich! Ein wahnsinniges Spektakel, dass sich direkt vor unseren Augen in den Wellen am Strand abspielt. Wow! Die Schildkroeten haben auch alle Muehe bei Ihrer Prodezur uebereinander zu bleiben; mehrmals rutscht das Maennchen wg. der Wellen vom Weibchen ab und alles geht wieder von vorne los ;-)

In Quito wieder gelandet, wollen wir am gleichen Nachmittag noch nach Otavalo fahren, einer schoenen kleinen Stadt im Norden von Ecuador Richtung Grenze zu Kolumbien. Vor lauter Verkehr finden wir spontan nicht den richtigen Bus. Zum Glueck hilft uns ein netter Mann vom Flughafen, der gerade Dienstschluss hat und uns zusammen mit seiner Frau quer durch Quito in seinem Auto karrt, um die richtige Bushaltestelle zu finden. Er findet jedoch auch nur den fahrenden richtigen Bus, den er mit Lichthupe und wilden Handbewegungen zum Stillstand bringt. Wir bedanken uns herzlich, und 2 Stunden spaeter erreichen wir in Otavalo bei Dunkelheit unser Hostal.

Otavalo-ShoppingAm folgenden Tag gehen wir hier ueber die Indio-Maerkte shoppen, fuer die Otavalo beruehmt ist. Vorallem der Samstagsmarkt ist einer der Groessten in ganz Suedamerika, hier gibt es wirklich alles: vom Alpaka-Pulli ueber Tischdecken bis zu den wildesten Fruechten, die wir in Koeln nur aus der Kaufhof-Gourmetabteilung kennen. Von allem kaufen wir etwas ein! (Leider stellen wir am naechsten Tag fest, dass ein DHL-2kg-Paket von hier nach Alemania mindestens 140$ kostet!!)

Ausserdem gehen wir in den letzten beiden Tagen viel in den Anden-Bergen wandern. Die Landschaft hier ist wunderschoen, ueberall gibt es viele Vulkanseen, umzingelt von schneebedeckten Vulkanen. Heute machen wir mit zwei netten Amerikanerinnen eine 14km-Wanderung um den Vulkansee Lago Cuicocha. Zu Beginn koennen wir vor lauter Nebel die Hand vor Augen nicht sehen, doch es wird besser und die Aussicht ist atemberaubend!

Galapagos - Isla Isabela

23. Oktober 2007 21:52

Nach unserer Schiffstour brechen wir für 4 Tage zur Insel Isabela auf. Isabela ist die größte Insel des Galapagos Archipels, aber noch kaum besiedelt und erschlossen, weil sie vulkanisch noch sehr aktiv ist und erst vor 2 Jahren der letzte Vulkanausbruch stattgefunden hat. Im “Hauptdorf” Puerto Villamil gibt es nur Sandstraßen, hier herscht eine angenehme und total relaxte Atmosphäre.  Doch die 2,5 stündige Überfahrt dorthin ist alles andere als relaxt. Wir sitzen in einem total herunter gekommenen kleinen Böötchen mit 15 Mann, welches jedoch mit 3 dicken Motoren 225 PS hat! Blöderweise sitzen wir ganz vorne, was bei dem extremen Wellengang und der schnellen Geschwindigkeit für ein wildes Auf und Ab sorgt. Bei einem Sprung über eine Welle schreit Alex sogar einmal ganz laut, das ganze Boot muss lachen. Wir haben das Gefühl unsere Wirbelsäulen brechen, doch zum Glück kracht das Boot nicht auseinander und wir kommen heil an (eigentlich wollen wir wg. unseren Müttern an dieser Stelle nicht schreiben, dass der “Kapitän” einmal aus Schreck vor einer Riesenwelle das Steuer aus der Hand gibt und das Boot beinahe umkippt) ;-)

CowboyAuf Isabela wohnen wir bei einem Aussteiger-Italiener in seinem Hostal direkt am Strand. Er bekocht uns lecker mit Langusten, Pizza und Pasta. Wir entspannen uns bei langen Strandspaziergängen, nur einmal machen wir einen Ausflug mit Pferden auf den Vulkan Sierra Negra, der 2. Größte der Welt (7×10km Durchmesser). Wir bekommen keine Reit-Einweisung und werden einfach auf die Pferde gesetzt. Während Alex mit Ihrem Gaul ganz gut klar kommt, versucht Daniel stundenlang die richtige Reittechnik rauszufinden, was ihm aber nicht gelingt und Alex zu lauter Lachanfällen bringt, denn Daniel liegt wie ein nasser Sack auf dem Pferd. Als die Pferde auf einmal anfangen zu galoppieren, wird es noch lustiger. 3 Tage später haben wir immer noch Muskelkater davon!

Stromschlag-DuscheAbenteuerlich ist auch die Dusche in unserer “Suite”, Daniel bekommt zweimal Stromschläge, obwohl der Italiener ihm vorher klar gemacht hat, den Duschkopf nun ja nicht zu berühren. Außerdem flackern die Lichter im ganzen Haus, wenn jemand duscht, obwohl das Wasser kalt bleibt. Aber so ist es auf der ganzen Insel.

Galapagos Inselhopping

18. Oktober 2007 20:40
Wir sind just von unserer 8-tägigen Schiffsrundreise zurückgekehrt. Es ist eine sehr erlebnis- und abwechslungsreiche Tour von Insel zu Insel. Tagsüber besichtigen wir die verschiedenen Inseln des Galapagos-Archipels mit unserer Reisegruppe und unserem Guide, außerdem haben wir öfters am Tag die Gelegenheit zu schnorcheln. Während Alex sich eher am Strand aufhält und die Landtiere beobachtet (ihr liegt das Schnorcheln nicht sonderlich), schwimmt Daniel mit Wasserschildkröten, Stachelrochen und Seelöwen, außerdem begegnen ihm öfters die schon ihm bekannten Haien, die wirklich harmlos sind. Das Highlight sind aber die Seelöwen, die total verspielt sind und mit einem unter Wasser tanzen. An unserem letzten Tag begegnen uns sogar Pinguine, und das am Äquator! Auf Land sehen wir Galapagos-Albatrosse mit einer Spannweite von 2,5m, die größten Vögel auf dem Archipel, die nur auf einer einzigen Insel nisten. Wir sehen brütende und “reproduzierende” - wie es unser Guide zu sagen pflegt - Blaufuss-, Rotfuss- und Maskentölpel (Boobies). ReproducingSehr lustig ist der Tanz des Männchens, um ein Weibchen zu ergattern. Dabei streckt das Männchen die Flügel, den Schwanz und den Kopf in die Höhe, gibt ein Pfeifton von sich und reicht dem Weibchen als Geschenk Steinchen und Stöckchen, welches das Weibchen, falls es interessiert ist, annimmt. Weil die Tiere den Menschen nie als Feind angesehen haben, sind sie einem immer sehr sehr nahe. Von fremdartiger Schönheit sind auch die Fregattvögel mit dem großen feuerroten Kehlsack, den sie in ihrer Brutzeit aufblasen. Diese Tiere sind wahre Räuber, denn sie können nicht wie die Tölpel im Wasser fischen (die Tölpel stürzen sich wie Pfeile kopfüber senkrecht ins Meer, um unter Wasser Fische zu fangen). Das Gefieder der Fregattvögel würde zu viel Wasser aufnehmen, so dass sie den Tölpeln im Flug auf den Hinterkopf klopfen und die Tölpel vor lauter Aufregung und Meckerei den Schnabel aufmachen und die Beute fallen lassen, die sich dann der Fregattvogel in der Luft schnappt. WasserleguanAußerdem sehen wir jeden Tag Land- und Wasserleguane, die größten der Welt, die es nur auf Galapagos gibt. Sie sehen so furchterregend aus, dabei sind es so friedliche Pflanzenfresser. Die meiste Zeit liegen sie faul aufeinander in der Sonne, um sich aufzuwärmen. An fast jedem Strand begegnen uns zum Anfassen nahe Seelöwen-Kolonien. Nur den röhrenden Bullen sollte man nicht zu Nahe kommen und ihre Gebrüll nervt auf Dauer, und sie stinken 10 Meilen gegen den Wind! Außerdem sehen wir Pinguine, Flamingos, Pelikane und so viele andere Vögel. Fast jeden Abend, während der nächtlichen Überfahrt von einer Insel zur anderen, sehen wir aus dem Wasser sprindende Mantarochen, die in der Luft ein Salto machen, um ihre Haut von Parasiten zu befreien. Sie haben einen Durchmesser von bis zu 7m!

So schön die Tage auch sind, die Nächte sind im wahrsten Sinne des Wortes “zum kotzen”, zumindest für Alex. Da hilft auch die Überdosis Vomex nicht. Die Überfahrten sind zum Teil sehr lange, bis zu 8 Stunden jede Nacht. Auf einer Weltkarte erscheint Galapagos nur als Punkt, in Wirklichkeit liegen die Inseln aber sehr weit auseinander, verstreut im Pazifik.

Ein weiteres Highlight, das für unsere Reisegruppe zum Running-Gag wird, ist die eines Amerikaners: Als wir uns an einem Strand fürs Schnorcheln fertig machen, erreicht eine amerikanische Reisegruppe, Durchschnittsalter 60+, mit einem kleinen Hilfsboot ebenfalls den Strand. Neben uns liegen Seelöwen, im Wasser taucht gerade eine Schildkröte auf, als ein Ami völlig aufgeregt zu uns rennt und fragt: “Are there any english-speaking men around?”. Daniel antwortet “yes, some of us do so”. Der Ami, völlig unbeirrt von den tollen Tieren um uns herum, fragt hoffnungsvoll: “Do you know any News about the Rugby?!” Daniel und allen anderen fehlen nur die Worte, bevor wir alle einen Lachanfall kriegen. Da ist man am schönsten Ort der Welt, hat Tage lang nichts von der Außenwelt mitbekommen, und dann so was…

Gleich brechen wir übers Wochenende (nachdem wir zwischenzeitlich die Wochentage völlig vergessen hatten) zur Insel Isabela auf. Hier wollen wir die letzten Tage auf Galapagos entspannen, denn unsere Köpfe “schaukeln” immer noch.

Alltagsleben Seelöwen:

Haifische und Dieter Bohlen

11. Oktober 2007 18:14

Whitetip reef sharkWas haben diese gemeinsam? Man möchte ihnen nicht begegnen und doch sind beide auf Galapagos anzutreffen, wenn auch letzterer nicht persönlich. Auf einer Taxifahrt hier auf Santa Cruz hört der Fahrer Modern Talking, und wir müssen schmunzeln und erzählen ihm, dass es ein Deutscher ist. Leider versteht er uns nicht. Unangenehmer ist da schon die Begegnung mit den Haien. Wir sitzen auf einem Felsvorsprung an einer Lagune in der Tortuga Bay, einem Sandstrand unweit von Puerto Ayora. Auf einmal schreit Alex nur “Daniel, Daniel, ein Hai, da da!” und als Daniel versucht schnell die Kamera aus der Tasche zu holen, kullert die Sonnenblende des Objektivs den Felsvorsprung hinunter - ins Wasser. Der Hai hat sich inzwischen verzogen, und während Daniel sich schnell die Badebutz anzieht, denken beide noch an die Worte von Daniels Mama (”Daniel, Daniel, pass uff, spring nit überall niie und Alex, pass mir uff da Daniel uff”) und schon ist Daniel im Wasser, um nach der Sonnenblende zu tauchen. Alex steht oben und betreibt Hai-Watching, während Daniel gerade versucht den Fels hochzuklettern und dabei Wellen schlägt, schreit Alex auf einmal “DANIEL, HAIE!!”. Daniel schafft es gerade noch rechtzeitig an Land ;-) Wir sitzen noch lange da, uns ist mulmig, aber sehen die Haie noch ein paar mal. Abends erfahren wir dann auch, dass die Galapagos-Haie hier “not aggressive” sind.

Panzer im AnmarschIn den letzten Tagen beobachten wir außerdem im Landesinneren der Insel weitere Riesenschildkröten, an den Stränden viele Wasserleguane, Blaufußtölpel und Pelikane beim Fischen. Besonders die Leguane faszinieren uns, man fühlt sich bei diesen kleinen Drachen um Jahrmillionen zurückversetzt. Im Laufe der Evolution sind diese Tiere wieder vom Land ins Wasser zurück gekehrt, um als Nahrung Algen zu fressen. Flotter SechserDoch länger als 10 Minuten können sie nicht im Wasser bleiben, sie kühlen zu schnell aus. Auf dem Land liegen sie dann meist zu Dutzenden neben- und aufeinander, um sich gegenseitig und in der Sonne zu wärmen. Dabei “rotzen” sie dann das Salzwasser bis zu 1m aus der Nase, was sehr lustig aussieht und sich auch anhört.

Heute werden wir zu einer 8-tägigen Bootstour aufbrechen und von Insel zu Insel fahren. Danach werden wir weitere 4 Tage auf der Insel Isabela verbringen, der größten Galapagos-Insel.

Galapagos - am Anfang der Welt

8. Oktober 2007 06:45

Die Galapagos Inseln sind eine isolierte Gruppe von vulkanischen Inseln, rund 1000km westlich von Ecuador, mitten im pazifischen Ozean auf Höhe des Äquators. 13 Hauptinseln, wovon 5 bewohnt sind, und duzende weitere kleinere Inseln sind durch vulkanische Aktivität im Laufe der Jahrmillionen entstanden und waren nie mit dem Festland verbunden. Dadurch herrscht auf jeder Insel eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die sonst nirgends auf der Welt zu finden ist. Den meisten -und uns selbst bisher auch- sind diese Inseln nur aus dem Biologie-Unterricht und der Evolutionstheorie bekannt, die Charles Darwin 1859 aufgestellt hat.

Gepäckausgabe mal andersSchon am Flughafen in Baltra, einer Galapagos-Insel auf der sich nur der “Flughafen” befindet, merken wir das hier alles anders ist. Als wir über das Rollfeld gehen, tappst ein großer Landleguan neben uns her, ein anderer döst faul in der Sonne. Das Gepäck kommt hier nicht auf dem Fließband an, sondern wird neben dem Rollfeld in Reihe gestapelt, von wo wir unsere Rucksäcke raussuchen, was alles ein wenig chaotisch abläuft. Auf der Überfahrt von Baltra nach Santa Cruz mit einer kleinen Fähre (vielleicht die Hälfte der Breites des Rheins) sonnt sich eine Robbe auf einer Boje und nach weiteren 45min Busfahrt auf Santa Cruz kommen wir in Puerto Ayora an.

Hier wohnen wir bei Frank und Frauke. Daniel kennt Frank aus früherer Pfadfinderzeit. Frank arbeitet hier als Forscher für das Darwin-Institut und untersucht Flechten auf den Inseln, ebenso seine Frau Frauke. Wir werden von beiden herzlich empfangen, trinken Tee und essen leckeren deutschen Kirsch-Streuselkuchen. Anschließend machen wir einen kleinen Spaziergang zum Darwin-Insitut, wo wir die ersten Riesen-Schildkröten und Land- und Wasserleguane sehen. Frank und Frauke zeigen uns außerdem die Brut- und Aufzuchtstation von Leguanen und Schildkröten, die sonst keine Touristen zu sehen bekommen. Abends sitzen wir noch länger in ihrem Haus zusammen und reden über Gott und die Welt.