Archiv für die Kategorie 'Argentinien'

Unsere Welt sind die Berge…

5. März 2008 15:32

Fitz Roy MassivSorry, dass wir euch mal wieder mit einem Nationalpark, Bergen und viel Natur langweilen muessen, aber versprochen, dies ist unser letzter NP in Suedamerika. Wir sind im Los Glaciares Nationalpark am Fitz Roy Massiv, um hier 4 Tage ueber Stock und Stein zu laufen. Wir lelaxen hier und geniessen unseren letzten Tage in Patagonien. Die schoenen Sonnenaufgaenge am Fitz Roy Massiv verschlaeft Alex grundsaetzlich, nur Daniel schaffts rechtzeitig aus den Federn.

SonnenaufgangDie Landschaft in diesem NP ist genauso schoen wie die am Torres del Paine, nur dass wir sie hier viel mehr geniesen koennen. Hier gibt es noch keinen Massen-Wandertourismus, denn am Torres del Paine ging es manchmal so zu wie auf der Hohe Strasse.

Vom NP aus fahren wir wieder ueber Puerto Natales zurueck nach Punta Arenas (Chile), von wo aus wir am 6. Maerz nach Santiago de Chile fliegen.

Ice, Ice, Baby

29. Februar 2008 03:09

Man koennte meinen, wir haetten nicht schon genug Eis gesehen. Aber weil es zufaellig auf dem Weg liegt und ein “MUST-DO” fuer jeden Reisenden in Argentinien ist, fahren wir auch zum Perito Moreno, einem riesigen und immer noch wachsenden und kalbenden Gletscher (Wundert euch uebrigens nicht, wir haben seit dem letzten Beitrag mal wieder die Grenze ueberquert. Mittlerweile sind unsere Reisepaesse mit argentinischen Ein- und Ausreisestempeln halb voll). Um den grossen Touri-Ansturm am Gletscher zu umgehen, mieten wir uns in El Calafate, einem Ort, der nur fuer und wegen dem Gletscher-Tourismus gross geworden ist, einen schicken Fiat Uno mit unzaehligen Steinschlaegen, Scheibenrissen und Beulen als einzige Schoenheitsfehler. Am fruehen Morgen duesen wir damit vor allen Bussen zum Gletscher, um dort von einer Aussichtsplattform aus beim gemuetlichen Fruehstueck dem Gletscher beim kalben zuzugucken. Unter ohrenbetaeubendem Laerm brechen einige Stuecke der 60m hohen Gletscher-Front vor unseren Augen ab. Nach 3 Stunden sind aber vor Kaelte unsere Finger so blau wie der Gletscher und wir fahren wieder zurueck.

El Calafate hat kulturell und historisch einiges zu bieten (die Stadt gibt es immerhin seit einigen Jahrzehnten), weswegen wir abends im Casino absteigen und Alex es an ihrem Lieblings-Einarm-Banditen einige Male klimpern laesst und die Ausgaben des Abends wieder einholt (Eintritt und zwei Sprites).

Zu Gast bei Woody Woodpecker im Nationalpark Tierra del Fuego

16. Februar 2008 22:04

PaeuschenAls wir vor ca. zwei Wochen nach Ushuaia kommen, ist der Nationalpark Tierra del Fuego (Feuerland) unser eigentliches Ziel. Die Antarktis ist uns “nur” dazwischen gekommen, aber nun geht es endlich in den suedlichsten Nationalpark Argentiniens, um uns ein wenig die Fuesse zu vertreten. Den Eintritt zum NP umgehen wir zufaellig, weil wir erst nach 20 Uhr mit einem Bus die Ranger-Station passieren, und dieser schon seinen Feierabend geniesst. In den naechsten vier Tagen wandern wir so gut wie auf allen Wegen, denn der Park ist relativ klein und uebersichtlich, aber wunderschoen. Endlich kommt unser Zelt auch wieder zum Einsatz. Die erste Nacht zelten wir am schoenen Ufer des Beagle-Kanals, die restlichen Naechte auf einer kleinen Wiese mitten im NP. Um uns herum hohe Berge, ein rauschender Fluss (unsere kalte Badewanne) und viele hoppelnde und am Zelt nagende Haeschen.

Woody Woodpecker!Waehrend einer Wanderung bekommen wir auch den weltberuehmten Woody Woodpecker zu sehen, der gerade sein Mittagessen aus den Baeumen klopft. Einmal laeuft auch seelenruhig ein Fuchs mit Hoppelhaeschen in der Schnauze an uns vorbei! Nur einen Meter neben uns, voellig unbekuemmert wuerdigt er uns noch nicht mal eines Blickes. Nur uns faellt die Kinnlade vor lauter Schreck runter!

Unseren Camping-Kocher funktionieren wir zur Popcorn-Maschine um. Gemuetlich sitzen wir abends mit warmen Popcorn vor unserem Zelt. Im Freiluftkino laeuft bei uns jeden Abend dasselbe: Hoppelhaeschen am Fluss :-) Nur nachts wirds ganz schoen ungemuetlich, bei 1 Grad Innenzelttemperatur bibbern wir ganz schoen in unseren Schlafsaecken!

Das Einzige was uns nervt, sind die Tagestouristen, die den Nationalpark vom Auto aus durch ihre Fensterscheiben “geniesen” und noch nicht einmal fuer Fotos ihre Hintern aus dem Auto bewegen. Sie gucken uns ganz verwundert an, wenn wir mit unseren Rucksaecken und Wanderstoecken an ihnen vorbeilaufen.

Koelle Alaaf, aus der Antarktis!

31. Januar 2008 15:58

Ein wahnsinniger Traum geht heute in Erfuellung, wir machen eine Expedition in die Antarktis! Seit Jahren schon ist es DAS ultimativste Wunschziel von uns, doch seit Beginn unserer Reise ist es auch das Unwahrscheinlichste, denn vor allen Dingen eine Tatsache spricht von Anfang an dagegen: der unglaublich hohe Preis. Eine Reise dorthin von zu Hause aus oder ueber das Internet zu buchen ist unbezahlbar; die einzige Moeglichkeit besteht darin, vor Ort in Ushuaia, dem Ausgangspunkt fuer alle Antarktis-Cruises, nach einem Last-Minute-Angebot zu schauen. In der Tat ist es fuer uns ein Last-Second-Angebot, denn erst heute morgen, so ziemlich genau um 11.11 Uhr nach koelscher Zeit, bekommen wir die Zusage vom Reiseveranstalter. Zwei Tage bangen wir, denn unsere Kreditkarten streiken aus verschiedenen Gruenden. Es ist zum verzweifeln! Nach unendlich vielen Telefonaten mit der Bank und zwei schlaflosen Naechten rechnen wir heute morgen dann nicht mehr mit einer Bestaetigung. Doch am Ende klappt es doch! In vier Stunden werden wir an Board der M/V Polaris sein, unser Expeditions-Schiff fuer die naechsten 10 Tage!

Endlich Patagonien und 350.000 Pinguine!

27. Januar 2008 23:37

Von nun an gehts mehrere tausend Kilometer entlang der Atlantischen Kueste zum Ende der Welt: durch Patagonien nach Feuerland! Unser Ziel ist Ushuaia, die suedlichste groessere Stadt der Welt. Bis dorthin stehen uns von Buenos Aires aus knapp 50 Stunden Busfahrt bevor. Doch wir legen einen Zwischenstopp in Puerto Madryn am Meer ein. Hier mieten wir uns ein Auto und Daniel faehrt nach vier Monaten zum ersten Mal wieder selbst. Ein mulmiges Gefuehl mit all den Chaoten auf der Strasse, klappt aber super. Der erste grosse Ausflug geht zusammen mit einem anderen deutschen Paaerchen auf die Halbinsel Peninsula Valdes, von wo aus man auch Orcas sehen kann. Bei uns schauen sie leider nicht vorbei, wir sind zwei Tage zu spaet, sonst haetten wir noch sechs Orcas sehen koennen. Dafuer sehen wir viele Seeloewen, See-Elefanten, unschoene Guerteltiere und eine kleine Kolonie Magellan-Pinguine. Von den drolligen kleinen Pinguinen sehen wir am naechsten Tag noch “einige wenige” mehr. Wir fahren 200 km durch karge Landschaft ueber eine Schotterpiste zur Punta Tomba, wo es die groesste Magellan-Pinguinkolonie ausserhalb der Antarktis gibt: 175.000 Pinguin-Paaerchen! Und alle ziehen gerade ihren Nachwuchs auf. Die meisten “Chicks” haben sogar noch ihr flauschiges Babyfell und schreien in einer Tour nach Fressen! Der vorgeschriebene Mindestabstand von einem Meter zu den Tieren wird nur deswegen von uns nicht eingehalten, weil die Pinguine total neugierig sind und zu uns angewatschelt kommen.

Von Puerto Madryn fahren wir drei Tage spaeter mit einem Bus 18 Stunden weiter Richtung Sueden, nach Rio Gallegos, von wo aus es eigentlich “nur” weitere 12 Stunden nach Ushuaia sind. Doch hier, in dieser unspektakulaeren Stadt, stecken wir erst einmal fest. Die Busse sind fuer die naechsten zwei Tage ausgebucht. Doch wir machen das Beste draus ;-)