Archiv für die Kategorie 'Brasilien'

Viel Wasser an den Iguazu-Faellen

19. Januar 2008 16:19

Von Curitiba gehts zu einem langersehnten Highlight in Suedamerika, auf das wir uns schon lange gefreut haben: Die Iguazu-Wasserfaelle! Sie liegen am Drei-Laender-Eck mit Brasilien, Argentinien und Paraguay und sind die groessten Wasserfaelle der Welt.

Die Wasserfaelle sind so gross, dass man zwei Tage benoetigt, um sie komplett zu besichtigen. Am ersten Tag schauen wir uns die Wasserfaelle von der brasilianischen Seite an, am zweiten Tag von der Argentinischen. Die beiden Seiten koennen nicht unterschiedlicher sein. Von Brasilien aus hat man einen tollen Panoramablick auf die 2,7 km breiten Faelle, in Argentinien kommt man hautnah an die Wasserfaelle ran, und wir auch rein! Mit einem Motorboot fahren wir am 2. Tag so nah an die Wasserfaelle ran, dass wir bis auf die Ungerbutz nass werden. Es ist so laut, dass wir unsere eigenen Worte nicht verstehen koennen! Uns verschlaegt es endgueltig die Sprache, als wir ueber einen kilometerlangen Steg den “Garganta del Diablo” (Teufelsrachen) erreichen und von hier die Wasserfaelle ins Nichts stuerzen sehen. Als wir auf der Aussichtsplattform ganz vorne den Anblick einige Sekunden geniessen, wird Daniel von hinten auf die Schulter getippt und gefragt: “Finished?!” Daniel beantwortet die Frage mit “No!”, was die aeltere Dame dazu bringt, ihren Ellbogen in Daniels Rippen zu bohren und wild auf ihre Kamera zu verweisen. Als uns dann noch Japaner mit ihren Kameras ueber unseren Koepfen belagern, haben wir genug “genossen” :-) Die Iguazu-Wasserfaelle sind das beeindruckendste Naturspektakel was wir bisher gesehen haben!

Brasilianische Seite:

Argentinische Seite:

Ausserdem besichtigen wir am ersten Tag den Papageien-Park “Parque das Aves”, was besonders Alex Herz hoeher schlaegen laesst. Wir sehen viele Papageien-Arten und Tukane, die wir auf unserer Dschungeltour in Bolivien nicht gesehen haben. Auf unserem Campingplatz verausgabt sich Daniel beim Fussballspielen. Alle wichtigen Fussballnationen dieser Welt sind vertreten, doch ein Brasilianer der gegnerischen Mannschaft ist leider spielentscheidend ;-)

Mit einem lachenden und weinenden Auge verlassen wir nach knapp 3 Wochen Brasilien und fahren mit einem 18h-Nachtbus nach Buenos Aires und freuen uns auf argentinische Steaks!!

Von Sao Paulo nach Curitiba

16. Januar 2008 15:36

Von Abrao nehmen wir frueh morgens einen 1000-Personen-Dampfer zurueck zum Festland. Wir draengeln uns mit unseren Rucksaecken ganz nach vorne durch und bekommen so beim Ausstieg das erste Taxi, was uns zum Busterminal bringt. Wir sind “Fahrkarten-Krieger-Sieger”, denn wir bekommen die letzten zwei freien Plaetze fuer einen Bus nach Sao Paulo, unser naechstes Ziel. Die beiden Japaner hinter uns in der Schlange aergern sich gruen und blau - wenn Blicke toeten koennten!

Sao Paulo ist einfach nur riesig und hat nicht das Flair wie Rio. Trotzdem finden wir die Stadt nicht so schlimm und gefaehrlich, wie uns andere Reisende vorher erzaehlt haben. Das Einzige, was uns schockiert, sind die Strassenkinder, die mitten auf dem Gehweg liegend in der Hitze schlafen, und niemand kuemmert es!

Zugfahrt von Curitiba nach MorretesVom riesigen Busbahnhof in Sao Paulo fahren wir nach Curitiba, weiter Richtung Sueden. Leider haben wir 20 Real (8 Euro) zuviel gespart, denn der Bus hat bei 40 Grad Hitze keine Klimaanlage. Klitschnass geschwitzt kommen wir in Curitiba an und nehmen im Hotel erstmal eine lange kalte Dusche. Von hier aus wollen wir einen relaxten Wochenendausflug machen. Ohne unsere 18-Kg Rucksaecke soll es mit dem Zug durch den Dschungel nach Morretes gehen, zu “one of the prettiest colonial towns in southern Brazil”, wie es unser Guidebook so schoen und vielversprechend sagt. Aber es kommt doch ein wenig anders: Die Zugfahrt ist landschaftlich zwar spektakulaer, doch die zum Wagon gehoerende Touri-Fuehrerin erzaehlt ununterbrochen in Portugiesisch, Spanisch, Englisch und Franzoesisch ununterbrochen lautstark durch ein Mikrofon ueber Gott und die Welt. Dazu dann immer wieder jubelndes Geschrei der Urlaubs-Brasilianer, wenn wir durch Tunnel fahren. Nach 3 Stunden haben wir einen dicken Kopf und Morretes ist fuer uns dann alles andere als “one of the prettiest…” Ein Restaurant reiht sich an das andere und die Kellner reissen sich um die Touristen. Kurzentschlossen fahren wir mit dem Bus eine Stunde weiter nach Paranagua ans Meer. Hier gehts entspannter zu, auch wen es leider in Stroemen regnet. Am naechsten Tag fahren wir wieder zurueck nach Curitiba, wo wir noch 3 Tage bleiben. Wir bekommen elektronische Post aus der Heimat, in der uns Freunde aus Koeln schreiben, dass sie uns im April auf der Suedinsel Neuseelands fuer knapp 3 Wochen besuchen kommen! Wir freuen uns riesig darauf, endlich mal wieder bekannte Gesichter zu sehen!!

Ilha Grande

12. Januar 2008 02:10

Was fuer die Deutschen Mallorca ist, ist fuer die Brasilianer die Ilha Grande, ein beliebte und schoene Ferieninsel. Unser Reisebuch erwaehnt die Insel nur am Rande, aber eine Freundin schwaermt uns davon vor und so fahren wir kurz entschlossen von Rio dorthin (Danke Cathrine!).

Unser StrandNach einer 4-stuendigen Busfahrt entlang der Kueste nehmen wir von Angra dos Reis eine kleine Faehre zur Insel. Auf dem Boot lernen wir ein Argentinisches Paaerchen kennen, mit denen wir zusammen eine relaxte Zeit auf der Insel verbringen. Und endlich koennen wir wieder zelten! An einem schoenen Strand mit Palmen schlagen wir fuer 4 Naechte unser Haeuschen auf. Ansonsten gibt es nur einige Huetten an diesem Strand, in denen Aussteiger wohnen. Reggae-Musik erfuellt die Luft, und der dazu passende Duft!

Auf der Insel ist es die ganze Zeit schwuel-heiss und den Mosquitos schmeckt unser Blut so gut, dass sie jede Nacht wiederkommen. Einmal wacht Daniel davon auf, als Alex Haende-klatschend im Zelt ein Mosquito-Massaker anrichtet und anschliessend unser weisses Innenzelt mit roten Punkten besprenkelt ist!

Sightseeing in Rio

7. Januar 2008 01:59

3 HeiligeDachtet ihr bislang auch, dass die Jesus-Statue auf dem Zuckerhut steht?! Wir sind verwundert, als wir Jesus auf einem Berg hoch ueber Rio thronen sehen, doch die beruehmte James-Bond-Zuckerhut-Seilbahn auf einem anderen Berg sehen. Jetzt sind wir schlauer und “besteigen” beide Berge. Naja, bei den Temperaturen hier sind wir faul; zu Jesus nehmen wir einen Bus, auf den Zuckerhut folgen wir 007, nur der Beisser ist diesmal zum Glueck nicht dabei ;-)

Rio begeistert uns, auch noch nach der grossartigen Silvesterparty! Wir bleiben weitere 5 Tage, ziehen aber von unserer Absteige ins 4-Sterne Best Western Hotel, direkt am Strand von Ipanema, um. Von unserem Zimmer aus haben wir tolle Sicht aufs Meer und auf viel -wenn auch nicht immer schoenes- Fleisch. Vielen Dank an dieser Stelle an unsere Freunde, die uns dies zur Hochzeit geschenkt haben!!

schoene Aussichten :-)Ansonsten haengen wir in den ersten Januar-Tagen bei Temperaturen bis zu 41 Grad an den Straenden von Ipanema und der Copacabana ab. Leider sind wir nicht alleine, denn in Brasilien sind Ferien und die Stadt ist wegen Silvester immer noch gerappelt voll. Nicht nur an den Straenden laufen die Brasilianer(-innen) in sehr knappen Shorts und Bikinis rum, sondern in der ganzen Stadt, in Restaurants, in Supermaerkten, einfach ueberall. Hier zeigt jeder was Sie oder Er hat, auch wenn´s manchmal ein bisschen mehr oder auch zuviel ist.

Nach der unfreundlichen Art einiger schwarzer Schafe in Bolivien und Peru sind wir von der lebensfreudigen und offenen Art der Brasilianer total begeistert. Uns wird immer freundlich geholfen und wir haben nicht das Gefuehl, staendig abgezockt zu werden (und an jeder Ecke irgendeinen Mist angedreht zu bekommen). Wir koennen Rio nur empfehlen, und wissen jetzt schon, dass es ein Wiedersehen geben wird, vielleicht sogar schon zur WM 2014 ;-)

The Girl from Ipanema (und Daniel)

4. Januar 2008 03:37

Wir haben es doch noch rechtzeitig zu Silvester nach Rio geschafft! Wow, und das in letzter Minute!

Nach fast 40 Stunden Reise aus dem bolivianischen Dschungel mit 5 Fluegen und nur wenigen Stunden Schlaf zwischendurch kommen wir am 31.12. abends in Rio an. Unsere Unterkunft in Rio ist die teuerste und zugleich schlechteste, die wir je hatten. Wir merken schnell, dass Silvester in Rio so beliebt und teuer ist wie an Karneval. Wir zahlen 150 Dollar fuer unsere Absteige, dafuer gibts ein gefuehltes 50 Grad heisses Zimmer, kein fliessendes Wasser und nachts ein vollgekotztes Bad. Aber egal, wir sind zum Feiern hier und fuer die erste Nacht ist es eh egal!

no comments!In Rio wird Silvester in weiss gefeiert (soll Glueck bringen), also schnell noch auf der Strasse was Weisses kaufen, danach gehts auch schon los. Voller Euphorie stuerzen wir uns ins Getuemmel. Am Strand von Ipanema und der Copacabana sind Millionen von Menschen, ueberall laute Musik und an allen Ecken wird Samba getanzt, die Stimmung reisst uns sofort mit.

Um Mitternacht sind wir an der Copacabana, feiern feucht-froehlich, halb im Sand, halb im Meer, mit 4 Millionen anderen Menschen Silvester. Das Feuerwerk ist gigantisch und wird wie bei den Koelner Lichtern von Schiffen aus gezuendet, doch dieses hier ist einfach nur einzigartig. Nach dem Feuerwerk wird noch bis in die Morgenstunden am Strand gefeiert, wir fallen um vier Uhr totmuede in unser 50 Grad heisses “Zimmer” und wachen erst am naechsten Nachmittag wieder auf

Silvester in Rio: