Archiv für die Kategorie 'Peru'

Nasca-Lines

23. November 2007 01:36

Wir fliegen frueh morgens mit einer kleinen Cessna ueber die Nasca-Lines. Die langen Linien und riesigen Abbildungen wurden in der Zeit zwischen 800 v. Chr. und 600 n. Chr. in den Wuestenboden geritzt. Bis heute ist man sich nicht ganz ueber deren Bedeutung sicher, es gibt jedenfalls verschiedene Theorien. Unser Flug dauert ca. 40 Minuten und der Pilot fliegt ueber den Zeichnungen starke Kurven, damit wir sie direkt unter uns erkennen koennen. Daniel darf ausserdem Co-Pilot spielen, jedoch ist ihm nach dem Flug schlecht! Erinnerungen und Gefuehle wie auf Galapagos werden wach ;-)

Schau mir in die AugenNach dem Rundflug besuchen wir noch die Chauchilla-Graeber, die erst vor einigen Jahren entdeckt wurden. Die Toten, z.T. ganze Familien, wurden aus Tradition im Sitzen zusammen geschnuert und mit ihrem Hab und Gut in ein Grab gesetzt. Leider liegen die jahrtausend alte Mumien heute offen und sind nur durch ein loechriges Strohdach geschuetzt. Wind und Sand zerstoeren sie, so dass bei einigen Gestalten nur noch Knochen und Haare zu sehen sind. Die Kostbarkeiten wurden geraubt und dabei die Graeber zerstoert. Wir muessen schmunzeln, erinnert uns das Szenario doch sehr an die legendaere Geister-Rikscha im Phantasialand!

Punica-Oase

22. November 2007 04:15

Wie ist eigentlich das Wetter zu Hause?! ;-)

Huacachina OaseNach Lima verbringen wir zwei relaxte Tage in Huacachina, eine kleine Oase inmitten von riesigen Sandduenen. Wir liegen bei 29 Grad im Schatten in den Haengematten und schluerfen frischgepresste Jugos (Fruchtsaefte)! Die Oase ist ein kleiner “ploerriger” See, umgeben von Palmen, ein paar Hotels, Restaurants und Bars. Das wars… hier herrscht totale Ruhe, nur nachmittags um halb fuenf haben wir das Gefuehl wir stehen in der Boxengasse am Nuerburgring. Denn dann machen sich die Sandduenen-Buggies mit ein paar Touris auf den Weg in die Sandduenen. Wir machen natuerlich mit und es ist eine Riesengaudi! Wie Achterbahn nur besser! Mit 70, 80 Sachen geht es die Duenen rauf und runter, Daniel hat nach 2 Stunden fast einen Tinitus von Alex Geschrei ;-) Von der Spitze der Duenen versuchen wir uns oefters im Sandboarding. Analog zum Snowboarding, nur eben auf Sand. Schneller gehts mit dem Board jedoch auf dem Bauch liegend:

Heizen mit dem Sand-Buggy:

Peru! Olé, olé!

19. November 2007 18:36

Wir kommen in Lima an, der 8-Millionen Hauptstadt von Peru, und erfahren zufaellig am fruehen morgen, dass am Nachmittag im Lima-Monumental-Stadion Peru gegen Brasilien fuer die WM-Qualifikation 2010 in Suedafrika spielt! Das Spiel ist natuerlich schon ewig ausverkauft, dennoch machen wir uns zusammen mit Derek auf den Weg zum Stadion, in der Hoffnung auf dem Schwarzmarkt fuendig zu werden. Das werden wir auch, allerdings will man uns zunaechst massenhaft total schlecht-gefaelschte Tickets andrehen, die wirklich so aussehen, als ob sie mit der ersten Generation von PC-Druckern ausgedruckt wurden. Wir werden schliesslich vor dem offiziellen Eingang, vor den Augen der Polizei und der Ticket-Kontrolleuren, fuendig und zahlen mehr als das 3-fache des urspruenglichen Ticketpreises (was unter dem Strich immer noch guenstiger ist als eine Karte fuer ein 2. Liga-Spiel beim 1. FC Koeln!) Nach etlichen Kontrollen (ABM-Massnahmen ;-) ) sind wir drin! Wow!! 60.000 verrueckte Peruaner, nur eine handvoll Brasilianer, und zwei Koelner!

Wir sehen neben einem zaubernden Ronaldinho hauptsaechlich ein starkes Spiel von Peru, und am Ende ist die Freude bei den Peruanern sehr gross, gegen Brasilien ein verdientes 1:1 geschafft zu haben. Wir stehen natuerlich auch in der Peruanischen Nord-Kurve, nicht zuletzt wegen der rot-weisse Farben, die denen unseres Heimatclubs entsprechen ;-)

Tor!! Ausgleich Brasilien zum 1:1 gegen Peru:

Santa Cruz Trek

18. November 2007 03:08

Nach der schlechten Erfahrung mit der letzten Nachtbusfahrt in der Economy-Class goennen wir uns diesmal einen Luxus-Reisebus, der zwar doppelt so teuer ist aber mit umgerechnet 20$ fuer europaeische Verhaeltnisse ziemlich guenstig ist. Die Sicherheitsvorkehrungen sind sogar so krass, wie wenn man in die USA einreisen wuerde, wir muessen Fingerabdruecke abgeben! Wichtiger ist uns jedoch, dass diesmal der Bus durchfaehrt und unterwegs keine Langfinger ein- und aussteigen koennen!

zwei EselWir fahren nach Caraz, einem Dorf mitten in der Cordillera Blanca. Es gibt hier drumherum mehr als 50 Berge ueber 5700m, und jede Menge schoener Trekking-Wege. Einen davon, den 4-taegigen Santa Cruz Trek, wandern wir. Wir packen unsere Rucksaecke mit den wichtigsten Sachen (Zelt, Schlafsaecke, Isomatten, Kocher und Essen fuer 4 Tage) und lassen alles Unnuetze in Caraz zurueck. Der Wanderweg ist sehr anstrengend, aber auch sehr schoen.

Eselstau, was tun?Einmal versperren uns faule Esel den Weg, doch Alex hat die glorreiche Idee die Esel als Packesel fuer unsere Rucksaecke zu missbrauchen. Gesagt, getan, oder besser: versucht. Denn die Esel bleiben wie angewurzelt stehen. Auch die Bestechung mit 3 wertvollen Toastbrotscheiben lassen den bepackten Esel nur 10m nach vorne bewegen. Eine erste Hochrechnung ergibt, dass wir den Esel entweder weitere 100m locken koennen, oder die naechsten 3 Tage Fruehstueck haben. Wir entscheiden uns fuer Letzteres, also Rucksaecke wieder auf und weiter gehts.

Am 3. Tag erreichen wir endlich den Pass “Punta Union” auf 4750m Hoehe. Normalerweise hat man von hier aus einen wunderbaren Ausblick auf die umliegenden schneebedeckten Berge, doch bei uns regnet bzw. schneit es in dieser Hoehe, so dass wir uns mit einem Postkartenmotiv zufrieden geben muessen. Nur einmal, als Daniel aus Spass das Lied “Sonne” seiner Band Jenseits anstimmt, kommt tatsaechlich kurz die Sonne raus! Fast schon ein wenig kitschig, aber unter uns im Tal erscheint ein Regenbogen!

Der Abstieg ist schwierig, da es in einer Tour regnet und die Wege zu Baechen werden. Das ein oder andere Mal rutscht Alex aus und streckt alle Viere in die Hoehe und strampelt dabei wie ein kleiner Kaefer auf dem Ruecken. Die letzte Nacht schlagen wir unser Zelt auf einem Moor auf, weil wir es nicht mehr bis zu dem offiziellen Zeltplatz schaffen. Weils draussen regnet kochen wir diesmal im Zelt leckere Spaghetti mit Thunfischsosse (wie bereits die Tage zuvor)!

mit ca. 20 Leuten!Einen Schocker erleben wir noch am letzten Tag, als wir uns von einem voellig ueberfuellten Minibus (normal 9 Leute, diesmal geschaetzte 20!) vom Zielort des Treks nach Caraz zurueckfahren lassen. Die 20$ Eintritt in den Nationalpark muessen wir eigentlich auf der Rueckfahrt an einem Kontrollpunkt zahlen. Der Fahrer schleust uns durch die Kontrolle, indem die Fenstervorhaenge zugezogen werden und wir uns ducken muessen. Alles geht sehr schnell und wir denken uns zunaechst nichts dabei. Spaeter, als wir dann aus dem Bus aussteigen und unsere Rucksaecke vom Dach des Minibus holen wollen, verlangt der Fahrer 10 Soles (ca. 3$) pro Person fuer die Fahrt plus 30 Soles fuer das Schleusen, obwohl wir nie danach verlangt haben oder das abgesprochen gewesen waere. Wir zahlen natuerlich nur fuer die Fahrt! Der Fahrer will unser Gepaeck nicht herausgeben, und als Daniel dann selbst auf das Dach steigt, um die Rucksaecke zu holen, eskaliert die Situation: Der Busfahrer wird handgreiflich, will das Geld, doch Daniel wehrt sich und bruellt auf deutsch und englisch um sich. Schnell ist eine Menschentraube um den Bus versammelt und ist uns gegenueber hilfsbereit. Wir bekommen das Gepaeck, einige Leute notieren sich das Kennzeichen und begleiten uns zur Polizeistation, die zum Glueck direkt um die Ecke ist. Dort erklaert Alex mit Muehe und Not auf Spanisch die Situation (keiner spricht nur ein Wort englisch). Wir warten 2,5h im gleichen Raum mit dem Fahrer, der direkt geschnappt wird, bis endlich der Kommissar eintrifft. Doch das Ende der Geschichte ist, dass wir beruhigt werden (indem wir nicht den Park-Eintritt zahlen muessen) und angeblich ein “Report” gegen den Fahrer erstellt wird. Tja, schwarze Scharfe gibts ueberall.

Huanchaco & Chan Chan

02:05

Nach etlichen Stunden anstrengender Bussfahrt kommen wir in Huanchaco an, ein kleines Fischerdorf und einem von vielen Surferparadiesen an der pazifischen Kueste Perus. Huanchaco ist beruehmt dafuer, dass die hier ansaessigen Fischer immer noch die nach uralter Tradition hergestellten Schilf-Boote, sogenannte Caballitos, benutzen. Sie wurden schon vor 2500 Jahren benutzt und weil die Fischer auf den Weg zurueck zum Ufer damit auf den Wellen reiteten, gelten sie als die Erfinder des Wellenreitens.

Daniel Hasselhoff ;-)Mit dem Wellenreiten versucht es auch Daniel. Mit einem Surflehrer und einigen anderen Touris werden am Strand auf den Wellenreit-Boards liegend zunaechst die Grundlagen geuebt, bevor es im Wasser die ersten echte Versuche gibt. Anfangs unterstuetzt noch der Surflehrer, indem er im richtigen Moment den entscheidenden Schubs auf die brechende Welle gibt. Einige Male klappt es auch so gut, dass Daniel es auf dem Board stehend bis fast zum Strand schafft. Spaeter, ohne Unterstuezung, geht dann ueberhaupt nichts mehr. Der Surflehrer hat wohl verschwiegen, dass dicke Oberarme das entscheidende Kriterium sind, um schnell anpaddeln zu koennen und die Welle zu bekommen. Da fehlt es Daniel dann doch ein wenig ;-)

Chan-Chan RuineAusserdem besichtigen wir die Chan-Chan Ruine unweit von Huanchaco. Die Stadt gehoerte zu dem Chimu-Reich und wurde vor der Eroberungung durch die Inkas zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert nur aus Lehm-Steinen gebaut. Sie galt damals als die groesste Stadt der Welt. Bisher wurde nur der Palast eines Koenigs der Chan-Chan Stadt ausgegraben, viele weitere passieren wir jedoch auf einer Busfahrt, die vermutlich fuer immer unter Sand vergraben liegen bleiben, weil das noetige Geld fuer Ausgrabungen fehlt.