Archiv für die Kategorie 'Ecuador'

La Nariz del Diablo

10. November 2007 04:18

Fahrt auf dem DachDer Nariz del Diablo ist eine uralte Zugstrecke, die frueher einmal ganz Ecuador durchquerte. Nach zahlreichen Erdbeben wird heute nur noch ein kleineres Teilstueck fuer Touristen “gewartet” und befahren, die beruehmte “Teufelsnase”. Dabei faehrt der Zug im Zick-Zack-Verfahren mehrere Spitzwenden, um eine steile Bergwand schnell zu ueberwinden. Dieses Teilstueck fahren wir auch, allerdings nicht mit der traditionellen Bahn, denn die ist ausgebucht, sondern mit einer kleineren Touri-Variante, die aber auch voll ok ist. Eigentlich ist es seit einigen Wochen verboten, auf dem Dach des Zuges mitzufahren, seitdem zwei Japanerinnen stehend auf dem Dach von einer Hochspannungsleitung gekoepft wurden (so lautet das Geruecht jedenfalls). Unser Schaffner hat seinen eigenen Geschaeftssinn und laesst alle Passagiere fuer einen Dollar aufs Dach hinauf, den er sich natuerlich in seine eigene Tasche steckt. Auf dem Dach sitzend macht es dann gleich auch doppelt so viel Spass das steile Teilstueck herab und hinauf zu fahren und die Landschaft drumherum ist super schoen.

FHDW-TreffenDaniel, am anderen Ende der Welt, denkt an nichts boeses, schon gar nicht an die alte FHDW-Studienzeit, und wer laeuft Daniel am Bahnhof ueber den Weg?! Rebecca, eine ehemalige Studienkollegin, die mit Ihrem Freund Thomas ebenfalls fuer ein Jahr auf Weltreise ist! Die Welt ist ein Dorf!

Baños - touristisch, aber erlebnisreich

8. November 2007 04:56

Vulkan TungurahuaBaños ist eine kleine touristische Stadt am Fusse des Vulkans Tungurahua, der 2006 das letzte Mal ausgebrochen ist und staendig qualmt. Ausserdem ist Baños -wie der spanische Name schon sagt- fuer seine heissen Baeder bekannt. Das Wasser fuer die Schwimmbaeder kommt direkt aus den tiefen des Vulkans. Von den Pools aus hat man einen schoenen Rundumblick auf die umliegenden Berge und einen grossen Wasserfall.

Mit Derek, mit dem wir seit dem Cotopaxi ein Stueck zusammen reisen, und einem Paaerchen aus London, machen wir Samstag Abend die Stadt unsicher. Wir lassen an diesem Abend den bloedsten Touri raushaengen und fahren mit einem Phantasialand-aehnlichem langen Gefaehrt im Flintstones Outlook quer durch Baños und freuen uns wie kleine Kinder!

Tief im RegenwaldAusserdem leihen wir uns in Baños mit Derek und einem Neuseelaender Mountainbikes aus und fahren ca. 50km Richtung Osten nach Puyo, eine sehr schoenen meist abwaerts fuehrende Strecke vorbei an unzaehligen Wasserfaellen. Die letzten 20km fuehren in den tropischen Regenwald, der total urig ist und wo wir fuer uns unbekannte Voegel hoeren und sehen. An einigen Stellen ist der Weg so matschig oder verschuettet, dass wir unsere Raeder tragen muessen, auch durch Fluesse, und wir sind das erste Mal froh dass wir hoffentlich alle Impfungen haben, denn die Muecken moegen unser koelsches Blut sehr gerne!

Gondelfahrt ueber einen Wasserfall:

Quilotoa Highlands

5. November 2007 01:31

MarktNach dem Cotopaxi brauchen wir Ruhe, vorallem Daniel. Daher zieht es uns schnell weg aus Latacunga, wo in diesen Tagen das wilde Mama Negra Festival ansteht. Alle Bewohner der Region versammeln sich, feiern und trinken, aehnlich wie bei unserem Karneval. Wir entfliehen dem Trubel und fahren mit dem Bus in die Highlands Ecuadors. Hier geht es noch sehr urspruenglich zu. Die Einheimischen leben hauptsaechlich von der Landwirtschaft und der Viehzucht. Ihre Waren verkaufen sie auf dem grossen Samstagsmarkt in Zumbahua. Das rege Treiben koennen wir dort vom Balkon unseres sehr einfachen Hostels aus beobachten, spaeter kaufen wir selber noch ein wenig auf dem Markt ein. Von Zumbahua aus fahren wir zusammen mit einem schweizer Paaerchen eine windige und kurvenreiche Strecke auf dem Dach eines Camionettas (Pick-up aehnliches Auto) zum smaragdgruenen Quilotoa Vulkan-Kratersee. Dieser ist wohl einer der Schoensten, den wir bisher gesehen haben. Auf der Rueckfahrt mit dem Camionetta sieht Alex auf der Schulter eines einheimischen Jungen, der auch mitfaehrt, einen kleinen Papagei. Sofort stuerzt sie sich auf ihn und darf ihn waehrend der ganzen Rueckfahrt auf der Hand halten, der dann Daniels Rucksack und Alex Hose bekackt ;-)

Cotopaxi Nationalpark

2. November 2007 02:51

unser HaeuschenNachdem wir nun schon ueber 4 Wochen in Ecuador unterwegs sind und dabei nicht wirklich von der Stelle gekommen sind, geht es letzten Samstag von Otavalo endlich Richtung Sueden in den Cotopaxi Nationalpark. Der Cotopaxi ist mit knapp 5900m der 2. hoechste Berg Ecuadors und einer der hoechsten aktiven Vulkane der Welt. Die ersten Tage verbringen wir mit trekken und zelten im Nationalpark. Der Begriff “Nationalpark” hat hier aber eine etwas andere Bedeutung als bei uns. Jeder kann mit seinem Auto dort rumkurven und die wenigen Wanderwege ohne Autos sind nicht ausgeschildet, so dass man als Tourist dazu gezwungen wird, einen Guide zu nehmen (Kartenmaterial ist auch nur schlecht). Wir laufen jedoch mit unseren Rucksaecken querfeldein ohne Guide los, Stacheldrahtzaeune sind noch die kleineren Hindernisse. Ein Groesseres stellt da schon ein 2m breiter Wasserkanal dar, der unser Weg zum “Campingplatz” blockiert (einfach grosse Wiese mit Wasseranschluss, aber mit schoenem Ausblick auf den Cotopaxi). Aber auch der wird ueberwunden, und wo wir unser Zelt aufschlagen lernen wir einen Spanier kennen, der mit dem Fahrrad Ecuador bereist (wir sollten ihn in den naechsten Tagen noch oefters zufaellig treffen). Dank unserer super Planung haben wir leckere Spaghettis, eine Dose Thunfisch und eine kleine Packung Ketschup mit. Einziges Problem: Wir haben keine Gaskartusche fuer unseren Kocher, obwohl wir uns in den Tagen vor Cotopaxi wirklich darum bemueht haben. Jedenfalls hilft uns der Spanier mit seinem Kocher aus, sonst haette es fuer uns an diesem Abend nur Oreo-Kekse gegeben. Am naechsten Morgen kochen wir ihm dafuer einen Kaffee und heisse Milch (auf seinem Kocher ;-)), was uns allen sehr gut bekommt, denn die Nacht ist sehr sehr kalt.

Geschafft!Das Highlight sollte jedoch noch anstehen. Eigentlich hatte Daniel nicht vor, den Cotopaxi zu besteigen. Doch beim Anblick des Cotopaxi waehrend des Trekkings bekommt Daniel richtig Lust. Wir fahren nach Latacunca, um einen Guide zu organisieren, denn ohne diesen und spezieller Ausruestung ist dies nicht moeglich. Nach ein wenig relaxen in Latacunca geht es Mittwoch mit dem Schotten Derek und Guide wieder zurueck in den Nationalpark an den Fuss des Cotopaxis in eine Schutzhuette auf 4.800m. Waehrend Alex lieber in der Huette auf Daniel wartet, macht er sich mit den beiden anderen um 1 Uhr nachts bei sternenklarer Nacht auf den Weg nach oben. Der Aufstieg kann nur nachts erfolgen, weil dann der Schnee noch geforen und begehbar ist. Mit Eispickel, Steigeisen, Seilen und 6-lagiger Kleidung geht es mit Stirnlampe ueber Schnee und Gletscher auf 5897m. Abstieg6 Stunden dauert der Weg zum Gipfel und ist super anstrengend, doch die Bemuehungen werden mit einem schoenen Sonnenaufgang ueber den Wolken und einem wahnsinnigen Ausblick belohnt. Der Abstieg ist dann alles andere als lustig, Daniel kann wegen der duennen Luft nicht mehr klar denken und faellt wg. dem bereits angetauten Schnee einige Male um, doch durch das 3er-Team ist jeder immer ueber Seile abgesichert. Nach 3 Stunden Abstieg empfaengt Alex den torkelnden Daniel an der Schutzhuette. Alex ist einfach nur happy, doch Daniel ist einfach nur fix und fertig mit der Welt, und dem Cotopaxi.

Adios Galapagos

27. Oktober 2007 01:16

Reproduzierende Schildkroeten Nach 2,5 erlebnisreichen Wochen verlassen wir am Mittwoch die Galapagos Inseln. Die letzten Tage verbringen wir wieder bei Frauke und Frank in Puerto Ayora. An unserem letzten Tag erleben wir noch eine kleine Sensation am Strand der Tortuga Bay, was selbst auf Galapagos nur Wenige zu Gesicht bekommen, weil es auch hier so selten vorkommt: Zwei grosse Wasserschildkroeten “reproduzieren” sich! Ein wahnsinniges Spektakel, dass sich direkt vor unseren Augen in den Wellen am Strand abspielt. Wow! Die Schildkroeten haben auch alle Muehe bei Ihrer Prodezur uebereinander zu bleiben; mehrmals rutscht das Maennchen wg. der Wellen vom Weibchen ab und alles geht wieder von vorne los ;-)

In Quito wieder gelandet, wollen wir am gleichen Nachmittag noch nach Otavalo fahren, einer schoenen kleinen Stadt im Norden von Ecuador Richtung Grenze zu Kolumbien. Vor lauter Verkehr finden wir spontan nicht den richtigen Bus. Zum Glueck hilft uns ein netter Mann vom Flughafen, der gerade Dienstschluss hat und uns zusammen mit seiner Frau quer durch Quito in seinem Auto karrt, um die richtige Bushaltestelle zu finden. Er findet jedoch auch nur den fahrenden richtigen Bus, den er mit Lichthupe und wilden Handbewegungen zum Stillstand bringt. Wir bedanken uns herzlich, und 2 Stunden spaeter erreichen wir in Otavalo bei Dunkelheit unser Hostal.

Otavalo-ShoppingAm folgenden Tag gehen wir hier ueber die Indio-Maerkte shoppen, fuer die Otavalo beruehmt ist. Vorallem der Samstagsmarkt ist einer der Groessten in ganz Suedamerika, hier gibt es wirklich alles: vom Alpaka-Pulli ueber Tischdecken bis zu den wildesten Fruechten, die wir in Koeln nur aus der Kaufhof-Gourmetabteilung kennen. Von allem kaufen wir etwas ein! (Leider stellen wir am naechsten Tag fest, dass ein DHL-2kg-Paket von hier nach Alemania mindestens 140$ kostet!!)

Ausserdem gehen wir in den letzten beiden Tagen viel in den Anden-Bergen wandern. Die Landschaft hier ist wunderschoen, ueberall gibt es viele Vulkanseen, umzingelt von schneebedeckten Vulkanen. Heute machen wir mit zwei netten Amerikanerinnen eine 14km-Wanderung um den Vulkansee Lago Cuicocha. Zu Beginn koennen wir vor lauter Nebel die Hand vor Augen nicht sehen, doch es wird besser und die Aussicht ist atemberaubend!