Archiv für die Kategorie 'Südamerika'

Halbzeit: Rueckblicke an Suedamerika

31. März 2008 08:12

Also, womit fangen wir an? Suedamerika, ein Kontinent, von dem wir vor einem Jahr noch nicht viel wussten. Gross, gefaehrlich, arm…, dass waren unsere ersten Gedanken. Auch viele andere fragten uns, warum wir dort ueberhaupt hinreisen moechten. Je mehr Leute uns dies fragten, umso mehr hat uns dieser Kontinent neugierig gemacht und zu unserer ersten und groessten Etappe gemacht.

Und dann ging es am 02.10.2007 los nach Quito. So krass wie gedacht war Quito und Ecuador gar nicht. Da war der Kulturflash bei unserer Vietnam-Reise damals viel groesser. Aber das wuerde sich spaetestens in Bolivien auch noch aendern. Anfangs waren wir schon ein bisschen paranoid, was Gefahr und Leute betrifft. Die Tasche immer fest umkrallt, den Rucksack immer fest zugeschnuert und bei Nachtfahrten mit dem Bus immer alles fest geschlossen. Wir geben ja zu, in einigen Faellen war dies schon ziemlich noetig.

Je weiter wir Richtung Sueden (also Peru und Bolivien) reisten, umso abenteuerlicher und chaotischer wurde es, aber wir konnten uns mit der Zeit gut daran gewoehnen. Obwohl wir einige Male schon ziemlich genervt von den Leuten und einigen Situationen waren, so sind es im Nachhinein die Augenblicke, von denen man am meisten spricht. Auch waren Bolivien und Peru landschaftlich wunderschoene und sehr interessante Laender, allein schon wegen der unterschiedlichen Kulturen.

Oh je, was hatten wir damals fuer Angst nach La Paz zu gehen (vor einiger Zeit sind einige Touristen verschleppt und entfuehrt worden). Im Nachhinein waren diese Aengste total unbegruendet. Klar war La Paz nicht gerade ungefaehrlich und sehr Touristen-freundlich, aber letztendlich waren wir doch etliche Tage dort.

Entspannter ging es ab Brasilien zu. Wir waren anfangs richtig ueberrascht von der Freundlichkeit der Brasilianer. So etwas waren wir nicht mehr gewohnt, dass Menschen laechelnd auf einen zu kommen und fragen, ob sie helfen koennen. Je weiter wir Richtung Argentinien und Chile kamen, umso europaeischer und teurer wurde es (Shopping Malls, gut geteerte Strassen, Autos, die noch wie Autos aussehen :-) )

Wir haben Vieles in den 6 Monaten gelernt. Unseren Willen durch zu setzen, nicht immer nachzugeben (sonst waeren wir jetzt pleite), sondern auch den Mund auf zu machen (was auf Spanisch nicht immer so leicht war), wenn uns was nicht passte. So leicht “betuppen” (fuer die Nicht-Koelner: betruegen) kann uns nun auch keiner mehr. Wir sind die verschiedensten Maschen gewohnt. Auch duerfte uns jetzt nichts mehr aus der Ruhe bringen. So oft und lange, wie wir Geduld ueben mussten in einigen Situationen.

Es war eine tolle und aufregende Zeit, die wir niemals mehr missen moechten. Was uns aergert, ist, dass unser Spanisch leider nicht viel besser geworden ist. Daniel spricht jetzt anstelle von zehn Woertern Spanisch 20 und Alex bekommt nur ein paar Saetze mehr raus (Na ja, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht). Wenn da nicht immer das bloede Englisch gewesen waere, mit dem man sich rausreden konnte.

Im Groben und Ganzen: Es war eine tolle, aufregende und unvergessliche Zeit, die uns immer in Erinnerung bleiben wird!!

Letzte Haltestelle: Osterinsel

19. März 2008 23:48

Spielereich mit der KameraZum Abschluss unserer Suedamerika-Reise verschlaegt es uns auf einen kleinen einsamen Punkt mitten im Pazifik, auf die Osterinsel. Die Insel ist einer der abgelegensten bewohnten Orte der Welt, das Festland (Chile) ist 3500 km weit entfernt, weiter nach Tahiti sind es 4200 km und bis zur naechsten bewohnten Insel sind es immerhin noch 2000 km. Um uns herum nur Ozean, und Suedsee-Flair! Die relaxte und unbeschwerte Art der Insel und Einwohner gefaellt uns auf Anhieb. Schon am Flughafen der Insel werden fast alle Passagiere von ihren gebuchten Hotels und Hostals mit Orchideen-Blumenketten empfangen. Nur wir leider nicht, denn wir haben mal wieder nichts vorgebucht. Dafuer finden wir einen schoenen Campingplatz, direkt am Meer in Hanga Roa, dem einzigen Dorf der Insel, in dem nur 3000 Menschen wohnen.

Die Insel ist so klein und uebersichtlich, dass wir sie zu Fuss oder mit einem geliehenen Roller erkunden. Beruehmt sind die Steinmaennchen (Moais), von denen es hier noch ueber 600 gibt und die ueberall auf der Insel verteilt stehen bzw. liegen. Ein Moai ist im Schnitt 5-6m hoch und wiegt 20-40 Tonnen. Meistens stehen immer mehrere Moais zusammen auf einem “Ahu” (Plattform) nebeneinander, immer am Meer und mit dem Gesicht zum Landesinneren bzw. zur Wasserquelle.

Ahu TongarikiBesonders beeindruckend ist der Vulkan Rano Raraku, wo die Moais aus dem Vulkanstein geschlagen und hergestellt wurden. Hunderte von Moais koennen wir hier in allen moeglichen Entwicklungsstadien stehen. Viele sind fertig und stehen oder liegen am Vulkankrater wie bestellt und nicht abgeholt, denn von hier wurden die Moais ueber mehrere Kilometer zu ihren Bestimmungsorten am Meer transportiert. Der groesste Moai steckt noch im Vulkanstein, denn er ist nicht fertig gestellt worden. Er ist 21m lang und wiegt ueber 200 Tonnen! Es gibt einige Theorien und Mythen ueber die Moais und ueber die Geschichte der Ureinwohner. Vieles ist auch in der Wissenschaft noch ungeklaert, vor allem die noch nicht entschluesselte Schrift der Ureinwohner.

Anakena StrandTraumhaft schoen ist auch dier Anakena-Strand der Insel. Weisser Sandstrand, umgeben von Palmen (von denen eine Nuss beim Herunterfallen nur knapp unsere Koepfe verfehlt) und einigen Moais im Hintergrund, duesen wir an vier Tagen mit unserem Roller zu diesem Strand. Aber immer um 16 Uhr ergreifen wir zu einem anderen Strand die Flucht, denn dann kommen die Tour-Busse an und “ueberschwemmen” die Bucht.

Nach einer Woche entspannen und “Suedamerika-Revue-passieren-lassen” fliegen wir zurueck nach Santiago, von wo aus unser Anschlussflug ueber die Datumsgrenze nach Neuseeland geht. Wir fliegen am 18. April von der Osterinsel los, wenn es am Abend in Santiago dunkel wird, geht fuer uns erst wieder am 20. April die Sonne auf, in Neuseeland. Den 19. April wird es in unserem Tagebuch nicht geben!

Unsere letzten Tage in Santiago de Chile

11. März 2008 02:43

Cerro Santa LuciaOh je, unsere letzten Tage in Suedamerika sind gekommen :-( . Bevor wir noch fuer eine Woche zur Osterinsel fliegen, verbringen wir 5 Tage in Santiago, die Hauptstadt von Chile. Hier ist es zwar wieder sehr laut, chaotisch und alles voller Menschen (sind wir nach den ganzen Nationalparks kaum noch gewohnt), trotzdem gefaellt uns die Stadt auf Anhieb gut. Wir wohnen im Kuenstlerviertel “Bellavista”, wo jeden Abend die Hoelle los ist. Zum Glueck haben wir unsere geliebten Ohropax dabei ;-). Wir gehen seit 5 Monaten zum ersten Mal wieder ins Kino, hier laufen zwar nicht die allerneuesten Filme, aber es ist trotzdem eine schoene Abwechslung. Mit einem Australier von unserem Antarktis-Sidestep und anderen feiern wir unseren Suedamerika-Abschied bis in die fruehen Morgenstunden in einer Live-Salsa-Bar. Ansonsten erkunden wir die Sehenswuerdigkeiten der Stadt, schicken ein letztes Souvenir-Paket nach Hause, und organisieren uns fuer die naechsten Ziele.

Wir freuen uns jetzt sehr auf die Steinmaennchen der Osterinsel, und vielleicht sehen wir dort ja sogar schon den Osterhasen bei seinen Vorbereitungen ;-)

Baehnchen-fahren in Valparaiso

02:18

Waehrend in Koeln mal wieder die KVB streikt (hat sich eigentlich irgendwas geaendert?!), fahren wir in Valparaiso den ganzen Tag fuer nur ein paar Cent Baehnchen. Die Stadt liegt auf mehreren Huegeln an der Kueste in Chile. Weil die Leute hier schon vor ueber 100 Jahren zu faul waren, Treppen zu steigen, gibt es hier viele Baehnchen, die aber mehr einem Aufzug aehnlich sind. Die meisten gehen nur kurze Strecken den Berg hoch, bei einer muessen wir aber zuerst 200m durch einen Tunnel gehen, um dann mitten im Berg eine Bahn senkrecht nach oben zu nehmen. Mulmiges Gefuehl, wenn man bedenkt, dass die Bahnen schon sehr alt sind und garantiert nicht durch den deutschen TUEV (Schreibweise!) kommen wuerden.

Sonst trinken wir hier bei Sonnenschein in den schoenen bunten Gassen von Valparaiso viel Cafe, essen Eis und besuchen das Haus von dem chilenischen Schriftsteller und Nobelpreistraeger Pablo Neruda, auf den die Chilenen sehr stolz sind.

Unsere Welt sind die Berge…

5. März 2008 15:32

Fitz Roy MassivSorry, dass wir euch mal wieder mit einem Nationalpark, Bergen und viel Natur langweilen muessen, aber versprochen, dies ist unser letzter NP in Suedamerika. Wir sind im Los Glaciares Nationalpark am Fitz Roy Massiv, um hier 4 Tage ueber Stock und Stein zu laufen. Wir lelaxen hier und geniessen unseren letzten Tage in Patagonien. Die schoenen Sonnenaufgaenge am Fitz Roy Massiv verschlaeft Alex grundsaetzlich, nur Daniel schaffts rechtzeitig aus den Federn.

SonnenaufgangDie Landschaft in diesem NP ist genauso schoen wie die am Torres del Paine, nur dass wir sie hier viel mehr geniesen koennen. Hier gibt es noch keinen Massen-Wandertourismus, denn am Torres del Paine ging es manchmal so zu wie auf der Hohe Strasse.

Vom NP aus fahren wir wieder ueber Puerto Natales zurueck nach Punta Arenas (Chile), von wo aus wir am 6. Maerz nach Santiago de Chile fliegen.